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Förderkreis Museum sucht Sponsoren für Bilder-Restaurierung

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Sie sorgen sich um das Erbe der Stadt: (von links) Dr. Christoph Harlfinger kuratiert für den Förderkreis Museum die Ausstellung. Unterstützt wird er von Bürgermeisterin Anke Hofmann, der Museumsverantwortlichen Lisa Hendrich und Michael Adam, der hier das Gemälde von Stadtpolizist Schreiber hält.
Sie sorgen sich um das Erbe der Stadt: (von links) Dr. Christoph Harlfinger kuratiert für den Förderkreis Museum die Ausstellung. Unterstützt wird er von Bürgermeisterin Anke Hofmann, der Museumsverantwortlichen Lisa Hendrich und Michael Adam, der hier das Gemälde von Stadtpolizist Schreiber hält. © Kai A. Struthoff

Der Bad Hersfelder Förderkreis Museum sucht Sponsoren für die Restaurierung von Bildern, die auf dem Kriechboden über den Ausstellungsetagen gefunden wurden.

Bad Hersfeld – Ein wenig klingt es wie Indiana Jones und der Jäger des verlorenen Schatzes: Auf dem Kriechboden über den Ausstellungsetagen des Museums im Stift hat der neue Vereinsvorstand des Förderkreises Museum über 100 Bilder aus der Hersfelder Stadtgeschichte entdeckt. Sie waren zwar nicht verschollen, aber in Vergessenheit geraten und lagerten unterm Dach weitgehend ungeschützt gegen Staub, Licht und Befall durch Pilze und Ungeziefer.

Nun will der neue Vorstand des Förderkreises Museum – Michael Adam, Dr. Christoph Harlfinger, Jürgen Opfer und Harri Krappitz – die Bilder sichten, bei Bedarf restaurieren und Teile des verlorenen Schatzes in einer Ausstellung im Museum im Stift zum Jahresende der Öffentlichkeit zeigen.

„Die Bilder sind zum Teil in einem beklagenswerten Zustand“, berichtet Dr. Christoph Harlfinger, der seinen Kunstsachverstand einbringt und die Ausstellung kuratiert. Doch die dringend notwendige Restaurierung der Gemälde kostet Geld, die finanziellen Mittel des Vereins mit seinen 33 Mitgliedern sind begrenzt. Ein erstes Kunstwerk, ein Porträt von Stiftsgründer Lullus, das um 1580 von einem unbekannten Künstler gemalt wurde, ist derzeit in der Werkstatt einer namhaften Kasseler Restauratorin. Rund 3000 Euro kostet die Wiederherstellung des Bildes. Die Kosten dafür übernimmt der Lions-Club Bad Hersfeld.

„Die Stadt Bad Hersfeld, die Bürgerstiftung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, der VR-Bankverein sagten spontan und unbürokratisch finanzielle Unterstützung zu, sodass die ersten Bild-Restaurationen bereits in Auftrag gegeben werden konnten“, berichtet Michael Adam. Derzeit sind die auf dem Boden gefundenen Bilder im ehemaligen Einwohnermeldeamt am Markt 18 sicher und trocken zwischengelagert. Die Räumlichkeiten hat die Stadt dem Förderverein zur Verfügung gestellt. „Die Stadt will sich nicht vor der Verantwortung für die Bilder drücken, aber die finanziellen Möglichkeiten zur Unterstützung sind begrenzt“, sagt Bürgermeisterin Anke Hofmann.

Deshalb suchen der Förderverein Museum und die Stadt nun Spender und Sponsoren, die die Restaurierung der Bilder finanziell unterstützen wollen. Auch über eine Art Crowd-Funding, bei dem viele kleine Summen zusammenkommen, wird nachgedacht. Dabei geht es um ganz unterschiedliche Summen je Bild. Manche müssen nur gereinigt oder neu gerahmt werden, bei anderen sind größere restauratorische Arbeiten nötig. „Der wirtschaftliche Wert der Bilder ist sicher begrenzt,“ sagt Dr. Harlfinger, „das Erbe der Stadt steht dabei im Vordergrund.“

Das unterstreicht auch Lisa Hendrich, die bei der Stadt für die Museen verantwortlich ist. „Diese Bilder sollen die Erinnerungen an die Stadtgeschichte wachhalten und haben deshalb vor allem einen historischen Wert.“

Deshalb will der Förderkreis Museum auch mehr über die Bilder und die darauf abgebildeten Personen herausfinden. Michael Adam, der auch als Stadtführer die Geschichte Bad Hersfelds weitergibt, hat es vor allem das Ölporträt von Stadtpolizist Schreiber angetan. Das Gemälde von Siegmund Schreiber stammt aus dem Jahr 1963 und wurde dem Museum gespendet. „Wir würden uns freuen, wenn es von Familie Schreiber noch Nachfahren gäbe und sich diese beim Museumsverein melden“, bittet Adam um Unterstützung.

Wird gerade saniert: Das Lullus-Bild von 1580.
Wird gerade saniert: Das Lullus-Bild von 1580. © Michael Adam/NH

Je nach Spendenaufkommen hat sich der Verein vorgenommen, zunächst bis zu 35 Bilder zu restaurieren. „Wir wollen aber auch nicht-restaurierte Bilder zeigen, vielleicht finden sich dann in der Ausstellung auch Paten für die Aufarbeitung des Gemäldes“, erklärt Adam.

Nach der Ausstellung zum Jahresende sollen die Bilder dann entweder fachgerecht, trocken und sicher eingelagert werden – denkbar ist aber auch, die Kunstwerke auf eine Art Wanderausstellung etwa bei Firmen oder öffentlichen Institutionen zu zeigen.

Kontakt: Förderkreis Museum, Mail: foerderkreis-museum-badhersfeld@gmx.de Telefon: 01 72 5 65 18 82

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