Seit knapp einem Jahr möglich

Reihenfolge der Vornamen darf geändert werden: Wenig Interesse im Landkreis

Wer mehrere Vornamen hat, kann deren Reihenfolge seit knapp einem Jahr beim Standesamt ändern. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben dies bisher aber nur wenige Leute getan.

Ein besonderer Grund muss nicht angegeben werden. Ein Karl Heinz kann sich selbst in Heinz Karl umtaufen.

In Bad Hersfeld, Rotenburg, Bebra und Heringen haben bisher insgesamt neun Menschen die Gesetzesregelung genutzt – obwohl der bürokratische Aufwand sehr gering ist. „Wir hatten mit einem Ansturm von Leuten gerechnet, die die Reihenfolge ihrer Vornamen ändern wollen. Doch der Sturm ist bisher ausgeblieben“, sagt Matthias Hujo vom Standesamt Heringen.

Die Gründe für die Umbenennungen sind laut den Standesämtern sehr unterschiedlich. Vor allem ältere Personen wollen laut Hujo die Reihenfolge beispielsweise ändern, weil sie schon ihr Leben lang in fast allen Dokumenten vertauscht war. In diesem Fall hatte meistens eine Meldebehörde die Namen vor Jahren oder Jahrzehnten falsch registriert. Monika Döttger vom Rotenburger Standesamt vermutet einen weiteren Grund: „Namensumbenenner wollen ihren Rufnamen an der ersten Stelle haben.“ Denn der eigene Name habe viel mit der eigenen Identität zu tun. Diese Erfahrung hat auch Julian Cempca vom Standesamt Bad Hersfeld gemacht. „Manche Leute sagen sich: Ich war immer der Peter. Deswegen soll mein erster Vorname jetzt auch Peter sein.“

Das Gesetz hat aber seine Grenzen. Man kann eben nur die Reihenfolge ändern – weder Namen hinzufügen noch entfernen. Die Kosten betragen 21 Euro. Auch Vornamen, die mit einem Bindestrich verbunden sind, können nicht so einfach getauscht werden, sagt Hujo.

Übrigens: Frauen mit einem männlichen Namen können diesen auch an die erste Stelle setzen – genauso wie Männer, sagt Bernhard Schade vom Standesamt Bebra. Der deutsche Schauspieler Christoph Maria Herbst („Stromberg“) könnte sich also in Maria Christoph Herbst umbenennen. (jfw)

Hintergrund: So funktioniert die Änderung

Seit fast einem Jahr kann man die Reihenfolge seiner Vornamen beim Standesamt tauschen. Ziel der Gesetzesänderung: Der Rufname soll leichter zu erkennen sein. Einen besonderen Grund für die Namensänderung muss man nicht angeben. Antragssteller müssen nur ihre Geburtsurkunde und ihren Personalausweis in das Standesamt mitbringen. Die geänderte Reihenfolge ist rechtsgültig, wenn sie im Geburtenregister eingetragen ist.

Rubriklistenbild: © Holger Hollemann/dpa

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