Rückschlag für Bad Hersfeld 

Regierungspräsidium sagt vorerst nein zur Kaufland-Ansiedlung

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Auf dem Schlachthofgelände am Peterstor in Bad Hersfeld soll der neue Kaufland-Markt entstehen.

Rückschlag für Bad Hersfeld: Das Regierungspräsidium in Kassel ist gegen eine Ansiedlung von Kaufland auf dem Schlachthof-Gelände am Peterstor. Die Stadt hält an dem Vorhaben fest.

Die geplante Neuansiedlung eines Kaufland-Marktes auf dem Bad Hersfelder Schlachthof-Areal am Peterstor steht vor neuen Schwierigkeiten: Das Regierungspräsidium (RP) in Kassel hat der Stadt mit Schreiben vom 28. Juli mitgeteilt, dass es dem Zentralauschuss der Regionalversammlung nach Stand der Dinge eine negative Empfehlung für das Vorhaben geben würde.

Gleichwohl bekräftigte die Stadt ihren Willen, an dem Projekt festzuhalten. Der Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt wiederholte seinen einstimmigen Beschluss, sodass Vorsitzender Karl-Heinz Hüter (UBH) feststellen konnte: „Wir wollen Kaufland.“

Grundsätzlich, so heißt es in dem Schreiben aus dem RP, sei „die Einbettung der Ansiedelung von Kaufland am geplanten Standort in ein mittel- bis langfristig angelegtes und sehr ambitioniertes städtebauliches Entwicklungskonzept zu begrüßen“. Doch sei eine solche Entwicklung derzeit noch nicht hinreichend konkret oder belastbar.

Im Ergebnis empfiehlt der zuständige RP-Mitarbeiter Markus Schäfer dem Bad Hersfelder Magistrat, seinen Antrag auf eine Zielabweichung vom Regionalplan Nordhessen vorläufig zurückzustellen.

Bürgermeister Thomas Fehling und Investor Walter Rossing zeigten am Mittwoch im Ausschuss nur wenig Verständnis für Kasseler Sichtweise, da zuletzt weitere erläuternde Unterlagen und Gutachten nachgereicht wurden. „Wir können es gar nicht verstehen“, sagte Rossing und verwies auf eine aktuelle „Auswirkungsanalyse. Auch liege das Schlachthof-Areal nicht weit außerhalb der Innenstadt, sondern „direkt am Rand des unmittelbaren Versorgungsbereichs“. Die Stadt hatte erst vor Kurzem mit einem Shuttle-Service zur Anbindung des Marktes ans Zentrum für das Projekt geworben. Rossing bat die Parlamentarier im Anschluss an seine Ausführungen um ein Meinungsbild: „Wir können jetzt sagen, es ist gestorben, oder wir können kämpfen.“

Karsten Vollmar (SPD) verwies daraufhin auf die einmütige Zustimmung in den Gremien und versicherte, an der positiven Stimmung habe sich nichts geändert.

Dass der am 30. Juli bei der Stadt eingegangene Brief aus Kassel seitens des Bürgermeisters Magistrat und Ausschuss erst mit vierwöchiger Verzögerung zur Kenntnis gegeben wurde, hatte im Vorfeld der Sitzung für erheblichen Unmut gesorgt. (Karl Schönholtz)

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