Prozess um Körperverletzung und Freiheitsberaubung

Anklage: Betreiber von Hersfelder Shisha-Bar sollen mehrfach Mitarbeiter verprügelt haben

Das Amtsgericht in der Dudenstraße in Bad Hersfeld (Symbolbild).
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Das Amtsgericht in der Dudenstraße in Bad Hersfeld (Symbolbild).

Raue Sitten herrschten in einer Bad Hersfelder Shisha-Bar, wenn die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen die beiden Betreiber zutreffen.

Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung in drei Tatkomplexen muss ein 26-Jähriger jetzt vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld verantworten. Gegen seinen Bruder läuft ein getrenntes Verfahren. Im ersten Fall hatten die beiden laut der Anklage von Staatsanwalt Patrick Greyer am 29. September vergangenen Jahres einen Mitarbeiter der Bar zur Rechenschaft gezogen, weil dieser nicht zur Arbeit erschienen war. Nachdem sie ihn bei einem Döner-Imbiss „einkassiert“ und zur Bar verfrachtet hatten, setzte es dort massive Ohrfeigen.

Noch rabiater sollen die Brüder gegen einen weiteren Beschäftigten vorgegangen sein, der am 4. Dezember angeblich ausstehenden Lohn eingefordert hatte. Dieser junge Mann wurde gewürgt und geschlagen, ehe ihm die Flucht aus der Bar gelang.

Damit jedoch nicht genug: Die Anklage wirft den Brüdern weiter vor, einen vier- oder fünfköpfigen Suchtrupp nach dem Flüchtigen ausgesandt zu haben, der ihn gegen 2.30 Uhr am folgenden Morgen nahe des Klinikums aufspürte.

Im Seilerweg fuhren die Jäger den Mitarbeiter und einen Begleiter in einer Parkbucht mit dem Pkw von hinten an. Anschließend setzte es Schläge, wobei der 26-Jährige eine Eisenstange eingesetzt haben und seinem Opfer einen tiefen Cut an der Stirn zugefügt haben soll.

Beim Prozessauftakt wurde lediglich die Anklage gegen den in Untersuchungshaft befindlichen Hersfelder, der vom Niederaulaer Rechtsanwalt Artak Gaspar vertreten wird, verlesen. Richterin Christina Dern, die Vorsitzende des Schöffengerichts, hatte eingangs den rechtlichen Hinweis gegeben, dass möglicherweise auch der Tatbestand einer Körperverletzung mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung in Frage komme. Das Verfahren wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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