Bad Hersfelder hat ersten Song veröffentlicht

Rapper Arton Gjaferi: „Die Musik ist ein Teil von mir“

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Kann auch lächeln: Arton Gjaferi aus Bad Hersfeld ist Hobby-Rapper und hat kürzlich seinen ersten, sehr persönlichen Song veröffentlicht. Das Video dazu wurde unter anderem im Schilde-Park gedreht.

Arton Gjaferi aus Bad Hersfeld macht Rap-Musik. Sein erster Song erzählt seine ganz persönliche Geschichte. Auf Youtube hat er vor kurzem das dazugehörige Video veröffentlicht.

Wenn Arton Gjaferi über (seine) Musik spricht, klingt das, als ginge es um eine große Liebe. „Die Musik war schon immer ein Teil von mir und hat mich immer begleitet“, sagt der heute 30-Jährige.

Schon als Kind begeisterten ihn die US-amerikanischen Rap-Größen Tupac Shakur und The Notorious B.I.G, die auch heute noch Vorbilder für ihn seien. Aber auch Michael Jackson hörte Gjaferi früher regelmäßig. Jetzt hat der Wahl-Hersfelder selbst seinen ersten Rap-Song („Was willst du machen“) inklusive professionell anmutendem Clip im Internet-Videoportal Youtube veröffentlicht.

„Mit 13 oder 14 habe ich am Computer mit Tastatur statt Keyboard zunächst Beats produziert“, erzählt er. Doch irgendwann habe es „klick gemacht“ und er habe mit dem Rappen begonnen. Seit etwa einem Jahr schreibe er auch eigene Texte. Diese öffentlich zu präsentieren, das habe er sich bisher aber nicht getraut. Zudem koste so eine Produktion durchaus Geld. Dank eines guten und ihn bestärkenden Bekannten mit eigenem Tonstudio in der Kreisstadt – Saddam X – konnte Gjaferi sein Lied dann aber kostenfrei aufnehmen. „Das war meine Chance“, freut er sich.

Und die nächste eröffnete sich, als sich in der Folge noch jemand anbot, ein passendes Video zu drehen. Der knapp dreiminütige Clip wurde an mehreren Tagen unter anderem im Hersfelder Schilde-Park, im Kurpark, in der Unterführung der Hochbrücke und auf einer Straße am Obersberg gedreht. Sein Künstlername A.R.T.A.N. ist eine Ableitung seines Vornamens, ein Spitzname. „So haben mich irgendwie fast alle immer genannt, vielleicht weil Arton anfangs nicht richtig verstanden wurde“, erklärt der Hobby-Rapper und lacht.

Dass er einmal deutsche Texte schreiben würde, für die ein gewisses Sprachgefühl vonnöten ist, hätte früher wohl niemand gedacht, er selbst auch nicht, berichtet der 30-Jährige. Denn als Kind lief es mit der deutschen Sprache zunächst nicht so rund, in der Grundschule sah man Förderbedarf.

„’Was willst du machen’ erzählt eine kleine Geschichte von mir“, sagt Gjaferi, der den Großteil seiner Kindheit und Jugend ohne Vater durchlebt hat und schon als sehr junger Mann selbstständig werden musste. „Das erste Lied sollte immer ein persönliches sein“, findet er. „Ich möchte meine Gefühle teilen, etwas weitergeben und ich weiß, dass viele hier die gleichen Probleme haben.“

Mit dem eher düster daherkommenden Mann aus dem Video hat Arton Gjaferi jedoch augenscheinlich wenig gemein. Der 30-Jährige wirkt deutlich jünger, ist freundlich, ein bisschen nervös und lächelt viel.

Rund 3700 Klicks hat er in den ersten vier Wochen auf Youtube gesammelt. „1000 in den ersten sieben Stunden“, sagt er nicht ohne Stolz. „Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen und solange es positives Feedback gibt, mache ich weiter.“ Die Ideen kämen meist spontan, drei bis vier Songs habe er noch in petto. Die nächsten sollen dann auch fröhlicher und lustiger sein. Ein Thema indes ist tabu: „Über Kriminalität oder so etwas möchte ich nicht rappen.“

Rappen könne übrigens jeder, meint Gjaferi. „Aber der Flow muss stimmen.“ Text, Musik, Melodie, alles muss zusammenpassen. Mit 30 sei er nicht mehr der Jüngste, ganz ausgeträumt ist der Traum, auch professionell Musik zu machen, aber noch nicht. 

Zur Person:

Arton Gjaferi (30 Jahre) ist im Kosovo geboren, aber schon im Alter von nur einem Jahr mit den Eltern nach Deutschland gekommen. 1996 ließ sich die Familie in Breitenbach am Herzberg nieder. Vier Jahre später zog Arton Gjaferi mit seiner Mutter und seinen Brüdern nach Bad Hersfeld, wo er bis 2007 aufwuchs. Aus familiären Gründen verschlug es ihn damals für ein paar Jahre nach Ludwigshafen, wo er eine Ausbildung zum Maler und Lackierer absolvierte. Seit 2014 lebt er nun wieder in Bad Hersfeld, das er so schnell auch nicht wieder verlassen möchte. „Ich hatte Heimweh“, sagt er selbst.

Von Nadine Maaz

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