Debatte in Bad Hersfeld

Festspiel-Probenhalle kann nicht so einfach zum Veranstaltungsort werden

Im ehemaligen Wasserversand der Bad Hersfelder Naturquellen haben sich die Festspiele mit Lager und Probenbühne eingerichtet.
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Neue Nutzung: Im ehemaligen Wasserversand der Bad Hersfelder Naturquellen haben sich die Festspiele mit Lager und Probenbühne eingerichtet.

Kann die Probenhalle der Bad Hersfelder Festspiele auch für kulturelle Veranstaltungen anderer Träger genutzt werden? Damit beschäftigte sich jetzt der Magistrat der Stadt.

Bad Hersfeld - Vor dem Hintergrund einer Theateraufführung im Rahmen des Festspiel-Alternativprogramms „Ein anderer Sommer“ waren Überlegungen angestellt worden, die Räumlichkeiten hinter der Stadthalle beispielsweise den aktuell heimatlosen Theatermachern um den ehemaligen Festspiel-Intendanten Holk Freytag zur Verfügung zu stellen. Freytag hatte bisher den Grebe-Keller am Linggplatz bespielt, der jedoch nach Schließung des Geschäfts vorläufig nicht zur Verfügung steht. Für den „Anderen Sommer“ hatte er in der Probenhalle „Galileis Nachtgedanken“ inszeniert (unsere Zeitung berichtete).

Dem Magistrat lag nun ein Konzeptpapier vor, in dem die Halle mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison als „Chance für das Hersfelder Kulturleben“ beschrieben wird, weil hier auch die Abstandsregeln unter Coronoa-Bedingungen leichter eingehalten werden könnten als anderswo.

„Ohne große Kosten und Aufwand“ könne die Halle genutzt werden, wirbt das Papier, weil eine gewisse Infrastruktur durch die Einrichtungen der Festspiele bereits vorhanden sei. Als mögliche Interessenten werden neben der Grebe-Keller-Crew auch „Bad Hersfeld liest ein Buch“, das Buchcafé, Jazz im Torhaus, die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine und andere genannt.

Tatsächlich bietet die Halle Möglichkeiten. Nach dem Aus für Abfüllanlage und Wasserversand der Bad Hersfelder Naturquellen war die Immobilie zunächst vom Land Hessen ersteigert und später an die Stadt veräußert worden. Diente sie zunächst dem Arbeitskreis für Musik als Veranstalter der „Oper in der Stiftsruine“ als Lagerstätte, so ging sie schließlich in die Obhut der Festspiele über. Deren Technischer Leiter, Dietmar Wolf, installierte hier eine Probenbühne, die teilweise auch den Dimensionen der Stiftsruine nachempfunden war. Zudem fanden hier Pressekonferenzen der Festspiele statt, zuletzt die für den „Anderen Sommer“.

Ganz so einfach, wie sich andere Interessenten die Nutzung der Halle vorstellen, ist die Situation allerdings nicht: Wie jetzt auch im Magistrat deutlich gemacht wurde, fehlt es für die gewünschten Veranstaltungen an Fluchtwegen im Sinne des Brandschutzes und einer zweiten Toilettenanlage. Aktuell wird die Halle als Betriebsstätte der Festspiele betrachtet. Soll sie ein offizieller Veranstaltungsort werden, müsste also investiert werden.

Für den Magistrat der Stadt Bad Hersfeld ist die Nutzung der Probenhalle durch andere Veranstalter damit erstmal kein Thema mehr. „Sollte jemand Interesse an einer zulässigen Nutzung haben, so wende man sich an den Intendanten. In dessen Verantwortungsbereich liegt nun einmal die Nutzung der Abfüllhalle als Betriebsstätte der Festspiele“, teilt Bürgermeister Thomas Fehling dazu mit. Insofern sei der Magistratsberatung zwar kein förmlicher Beschluss, aber dennoch ein „konkretes Ergebnis“ gefolgt, heißt es. (Karl Schönholtz)

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