Pogromgedenken in Bad Hersfeld: Andacht und Gedenkfeier am Schillerplatz

Eine dunkle Stunde auch in Hersfeld: Im Gedenken an die Pogromnacht 1938 stellten die Konfirmanden vom Johannesberg Kerzenlichter vor der Gedenktafel am Schillerplatz ab. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Das Gedenken an die Nacht, in der die Hersfelder Synagoge brannte, war am Abend einmal mehr Anlass für mahnende Worte.

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit waren zahlreiche Besucher zur Andacht in die St.-Lullus-Sturmius-Kirche und anschließend zur Gedenkstätte für die jüdischen Opfer am Schillerplatz gekommen.

Stadtrat Dr. Rolf Göbel, der den in Wiesbaden weilenden Bürgermeister Thomas Fehling vertrat, erinnerte an eine der dunkelsten Stunden der deutschen Geschichte. Am 8. November 1938 brannte im Zuge der sogenannten Novemberpogrome die Hersfelder Synagoge - als erste in Deutschland. Über 1000 Synagogen und jüdische Gebetshäuser, Geschäftshäuser und Privatwohnungen wurden damals zerstört und verwüstet. Mehr als 30 000 Menschen wurden deportiert, ermordet oder in den Selbstmord getrieben.

Das Totengedenken übernahmen Werner Schnitzlein von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und Pfarrer Karl-Heinz Barthelmes. Dabei wurde auch an ganz konkrete Schicksale erinnert.

Begleitet wurden der Gottesdienst und die Gedenkfeier vom Posaunenchor des CVJM und der evangelischen Kirche in Bad Hersfeld.

Die Konfirmanden der evangelischen Johanneskirchengemeinde stellten Kerzenlichter vor der Gedenktafel ab. (nm/ks)

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