Wasserbedarf derzeit besonders hoch

Pflanzen fehlt Feuchtigkeit: Landwirte brauchen dringend Regen

29.04.2020, Bayern, Hohenschäftlarn: Wassertropfen sind im Regen auf dem Blatt einer Mohnpflanze zu sehen. Nach langer Trockenheit wird nun ergiebiger Regen in Bayern erwartet. Foto: Stephan Jansen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Ohne ausreichend Regen drohen den Landwirten Ertragsausfälle. Die Wasserreservoirs im Boden sind nach zwei trockenen Sommern noch nicht wieder aufgefüllt. 

Nach Wochen ohne nennenswerte Niederschläge werden die angekündigten Regenschauer von den Landwirten im Kreis Hersfeld-Rotenburg sehnsüchtig erwartet.

Seit Mitte März habe es – mit Ausnahme eines Wochenendes – keine nennenswerten Niederschläge gegeben, verdeutlicht Philipp Pfister von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW). Das Getreide befinde sich derzeit in der sogenannten Streckungsphase, in deren Verlauf sich die Blätter entfalten und die Ähren ausgebildet werden. Der Wasserbedarf sei während dieser Zeit besonders hoch, erklärt der Agrarwissenschaftler. 

Fehle es an Feuchtigkeit, mache sich das in Form von Ertragsausfällen bemerkbar. Weiter anhaltende Trockenheit würde laut Pfister auch bei der jetzt anstehenden Maisaussaat für Probleme sorgen: Es bestehe die Gefahr, dass die in die Erde gelegten Körner durch die verbliebene Restfeuchtigkeit im Unterboden zu keimen beginnen, dann aber mangels Wasserversorgung vertrocknen.

Nach zwei trockenen Sommern seien die Wasserreservoirs im Boden noch nicht komplett wieder aufgefüllt, berichtet der Wasserschutzgebietsberater. Im Januar seien in der Region rund 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen worden, normalerweise seien es durchschnittlich 55 bis 60 Liter pro Quadratmeter. Auch der Februar liege mit elf Litern pro Quadratmeter deutlich unter dem Durchschnittswert von 45 bis 50 Litern pro Quadratmeter. Mit 57 Litern pro Quadratmeter sei der März-Durchschnitt von 50 bis 55 Litern pro Quadratmeter zwar bereits Mitte des Monats überschritten gewesen, seither sei aber quasi kein Regen mehr gefallen, verdeutlicht Philipp Pfister. Sonne und Wind hätten zudem zum Austrocknen der Böden beigetragen.

Für das Pflanzenwachstum seien nun kontinuierliche, aber gemäßigte Regenfälle nötig, erklärt der Agrarwissenschaftler. Starke Platzregen oder Gewitterschauer seien eher kontraproduktiv: Der Boden könne die große Niederschlagsmenge nicht schnell genug aufnehmen, sodass das Wasser nicht für die Pflanzen verfügbar wäre.

Hintergrund: Wetterdaten für Beratung der Landwirte

Die Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) wurde 1990 gegründet, um durch Düngeberatung der Landwirte die Trinkwasserqualität zu verbessern. Ihr gehören neben Kreisbauernverband, Wasserverband Ost und Energienetz Mitte 16 der 20 Kommunen des Kreises Hersfeld-Rotenburg an, hinzu kommen Ringgau, Herleshausen (Werra-Meißner-Kreis) und Eiterfeld (Kreis Fulda). Um die Landwirte beraten zu können, wertet die AGLW die Wetterdaten aus der Region aus.

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