Plötzlich im Mittelpunkt von Deutschland

Wie die Pfarrer-Familie Leipold aus Bad Hersfeld in einer Satire-Show landete

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Hannes Ringelstetters Beherbergungsübersicht: Und dann kommen plötzlich die Leipolds aus Bad Hersfeld ins Spiel ... Der Beitrag vom 15. Oktober ist in der Mediathek des BR zu finden.

Rein zufällig ist die Pfarrer-Familie Leipold aus Bad Hersfeld in einer Satire-Sendung des BR gelandet. Sie nehmen es mit Humor. 

Bad Hersfeld – In Bad Hersfeld ist Pfarrer-Familie Leipold durchaus bekannt – aber in Bayern?! Und dass Bad Hersfeld vielleicht nicht der Mittelpunkt der Welt ist, aber immerhin fast genau in der Mitte Deutschlands liegt, ist auch nichts Neues. Ja mei. Trotzdem haben Imke und Andreas Leipold nicht schlecht gestaunt, als sie vor einigen Tagen plötzlich auf einen satirischen TV-Beitrag von Hannes Ringelstetter im Bayerischen Rundfunk (BR) hingewiesen wurden. Denn in eben diesem spielen die Leipolds eine zentrale Rolle.

Der Kabarettist, Komiker, Musiker, Schauspieler und Autor hatte sich auf humorvolle Art und Weise mit dem durchaus komplizierten Beherbergungsverbot auseinandergesetzt – es war ja auch nicht ganz einfach zu durchschauen, wer nun wann und wo wie lange sollte übernachten dürfen. „In Monaten mit W dürfen die Holländer nach Bayern, die Bayern aber weiter nicht nach Tirol. Zwischen Vollmond und Neumond dürfen die Bayern nach Ischgl, aber nicht mehr zurück.“ Klar soweit?

Mitten in Deutschland

So geht es kreuz und quer durch die Republik und zu den Nachbarländern, bis am Ende alles auf Bad Hersfeld hinaus läuft. Denn „am 29. Februar treffen wir uns alle in der Mitte unseres Landes und schreiben einen Erlebnisaufsatz über unser schönstes Ferienerlebnis“, fordert Ringelstetter die Zuschauer auf. „Und die Mitte Deutschlands ist in Bad Hersfeld in der Sternerstraße 23 bei Leipold – bitte lange klingeln!“ Ha! Do legst di nieda! Was so viel heißt wie Donnerwetter!

Imke Leipold
Andreas Leipold

„Wie kommen die denn bloß auf uns, wie kann das sein?“, schoss es den anfangs ausnahmsweise sprachlosen Leipolds durch den Kopf. Denn auch wenn es nächstes Jahr keinen 29. Februar gibt und die Hausnummer nicht stimmt – Straße, Wohnort und Name sind korrekt. „Da waren wir baff. Vor allem mein Mann war erst mal geschockt, doch dann hat auch er das Video gleich an alle Freunde verschickt“, verrät Pfarrerin Imke Leipold, die das Ganze mit Humor nimmt. Sie selbst sei von der Kirchenvorsteherin auf den Beitrag aufmerksam gemacht worden. Inzwischen haben zig Leute das in der Mediathek abrufbare Video geteilt und die TV-Stars wider Willen werden ständig darauf angesprochen.

Böse sind die Leipolds den Machern aber nicht, auch das Beitragsthema habe ihnen gut gefallen. Für den 1. März plant Imke Leipold – wenn die Coronaregeln es zulassen – nun schon gedanklich ein kleines Straßenfest oder wenigstens einen Kuchen, falls jemand klingelt. Sorgen macht sich die Hersfelderin nicht, „ich denke, die Leute haben den Gag verstanden.“

Reiner Zufall

Und was sagt der BR zu der ganzen Geschichte? „Es mag unglaublich klingen, aber diese Geschichte war reiner Zufall“, teilte Christian Rudnitzki (Leitung Redaktion Show, Musik, Comedy) auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Der Text für die Reiseregeln, und damit auch der Schluss dieser Nummer, wurde von einem unserer Autoren geschrieben. Er schwört Stein und Bein, dass er sich den Namen ausgedacht hat. (...) Weil wir aber selbst an Zufälle dieser Art nicht glauben wollen, vermuten wir, dass bei den Google-Recherchen zum Mittelpunkt Deutschlands irgendein Treffer die Augen gestreift haben muss und unbewusst(!) den Weg in den Text gefunden hat. Anders können wir uns diesen Vorgang beim besten Willen nicht erklären.“ Echt jetzt?

Einladung nach München

Rudnitzki jedenfalls schien es aufrichtig unangenehm, zumal man stets Wert darauf lege, eben keine realen Daten preiszugeben. „Wir sind sehr froh, dass uns die Familie nicht böse ist, und möchten sie nach München einladen, um bei einer der nächsten Shows dabei zu sein.“ Wer weiß: Vielleicht sind die Leipolds demnächst also gleich noch mal Teil der Sendung. Was a Gaudi! (Von Nadine Maaz)

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