Parteitag im Hessen-Stadion

CDU nominiert Amtsinhaber Dr. Michael Koch als Kandidat für die Landratswahl

Statt Blumen: Der CDU-Kreisvorsitzende Andreas Börner (links) und Kreistags-Fraktionschef Herbert Höttl (rechts) überreichen Dr. Michael Koch nach der Nominierung einen überdimensionierten Kochlöffel.
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Statt Blumen: Der CDU-Kreisvorsitzende Andreas Börner (links) und Kreistags-Fraktionschef Herbert Höttl (rechts) überreichen Dr. Michael Koch nach der Nominierung einen überdimensionierten Kochlöffel.

Auf einem Parteitag im Bad Hersfelder Hessen-Stadion hat die CDU Amtsinhaber Dr. Michael Koch als Kandidat für die Landratswahl im kommenden März nominiert.

Bad Hersfeld – Mit einem buchstäblichen „Kaltstart“ begann für Dr. Michael Koch die Kandidatur um eine weitere Amtszeit als Landrat des Kreises Hersfeld Rotenburg – zumindest, was die Temperaturen bei seiner Nominierung betrifft.

Denn wegen der aktuellen Corona-Situation fand der Kreispartietag der Christdemokraten am Samstag im Freien auf der Tribüne des Bad Hersfelder Hessen-Stadions statt. Bei kühlen 2,5 Grad gehörten neben Masken auch Mantel und Mützen zur Ausrüstung Teilnehmer. Trotz dieser widrigen Umstände war die Stimmung der Mitglieder gegenüber dem amtierenden Chef der Kreisverwaltung alles andere als frostig: Mit 57 Ja-Stimmen, vier Gegenstimmen und vier Enthaltungen wurde Koch in der geheimen Abstimmung als Direktkandidat der Christdemokraten für die Landratswahl am 14. März nominiert. Das entspricht einer Mehrheit von 93 Prozent.

Parteitag mit Masken, Mänteln und Mützen: Auf der Tribüne des Bad Hersfelder Hessen-Stadions nominierten die CDU-Mitglieder ihre Kandidaten für die Landrats- und Kreistagswahl. Abgestimmt wurde in sogenannten „Schoß-Wahlkabinen“ aus orangefarbener Pappe.

Als größte Herausforderungen seiner ersten Amtszeit hatte Koch vor der Abstimmung die drei Krisen – Flüchtlings-Krise, Klinik-Krise und Corona-Pandemie – bezeichnet. Angesichts der aktuellen Debatte um die Verlagerung des Herz- und Kreislaufzentrums sowie die Zukunft der Gesundheitsversorgung setzten die Christdemokraten während ihres Parteitages auf demonstrative Geschlossenheit: Er stehe nicht hinter dem Landrat, sondern an dessen Seite, unterstrich etwa der Kreisvorsitzende Andreas Börner, der in seiner Ansprache zugleich den Machtanspruch der CDU untermauerte: Ziel für die Kommunalwahl sei nicht nur, weiterhin den Landrat zu stellen, sondern künftig auch die stärkste Fraktion des Kreistages stellen.

Bereits bei der Aussprache zur zuvor verabschiedeten Kandidatenliste für den Kreistag hatte Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald von „vielen Facetten“ innerhalb der Partei gesprochen, zugleich jedoch betont: „Wer die Hoffnung hatte, dass sich die CDU entzweien lässt, der ist schief gewickelt“. Insgesamt 60 Kandidaten schicken die Christdemokraten ins Rennen um den Kreistag. Auf den vorderen Plätzen der Liste, die der CDU-Fraktionsvorsitzende Herbert Höttl, vorgestellt hatte, stehen der Kreisvorsitzende Andreas Börner aus Rotenburg, die Frauenunion-Kreisvorsitzende Alexandra Weirich aus Bad Hersfeld sowie Fraktionschef Höttl aus Bebra.

Es folgen der neu gewählte Haunetaler Bürgermeister Timo Lübeck, die stellvertretende Kreisvorsitzende Dana Kerst aus Bebra, der ehemalige K+S-Jugendvertreter Leon Kunkel aus Philippsthal, die Bürgermeister Walter Glänzer aus Neuenstein und Markus Becker aus Ronshausen, Rechtsanwältin Silvia Schönemann aus Bad Hersfeld, Bürgermeister Christian Grunwald aus Rotenburg, Arbeitsagenturchef Waldemar Dombrowski aus Bad Hersfeld, Roland Urstadt aus Neuenstein, Bianca Becker aus Heringen, Jan Saal aus Bad Hersfeld sowie der ehemalige Kreisbauernverbandsvorsitzende Friedhelm Diegel aus Alheim. (Jan-Christoph Eisenberg)

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