Seit Montagnacht:

Oster-Streik bei Amazon in Bad Hersfeld

Bad Hersfeld - Seit Beginn der Nachtschicht um 0 Uhr am heutigen Montag wird bei Amazon Bad Hersfeld gestreikt. Der Ausstand wird über alle Schichten bis Dienstagnacht fortgesetzt.

Dies teilt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mit. Sie ruft im Rahmen der Tarifrunde 2019 des Einzel- und Versandhandels Hessen auch Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Unternehmen, wie Amazon Bad Hersfeld auf, für eine Lohnerhöhung und für die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen Druck zu machen.

„Alles wird teurer – Wir auch! Nach diesem Motto wollen wir eine spürbare Lohnerhöhung in der Tarifrunde des Einzel- und Versandhandels Hessen durchsetzen. Berücksichtigt man, dass eine immer höhere Leistung in den Betrieben abgefordert wird, dann muss diese deutlich über der Inflationsrate liegen“, erklärt die zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. „Amazon ist ständig bestrebt, unproduktive Zeiten zu minimieren, für den einzelnen Mitarbeiter bedeutet das mehr Druck und Leistungsverdichtung.“

In der Pressemitteilung heißt es weiter: "Amazon ist nach wie vor nicht tarifgebunden und zahlt weniger als ver.di bei Anwendung der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels Hessen fordert. In den letzten Jahren hat Amazon Lohnerhöhungen gewährt, die sich an den an den Tarifsteigerungen im Einzelhandel orientiert haben."

Das Unternehmen gab dazu folgende Stellungnahme ab:

"Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal. Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann. Wir bezahlen in unseren Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist. In Bad Hersfeld beginnen die Mitarbeiter mit einem Lohn von umgerechnet 11,18 Euro brutto pro Stunde. Nach 24 Monaten sind es in Bad Hersfeld im Durchschnitt 2.266 Euro brutto im Monat, inklusive leistungsbezogene Boni und Jahressonderzahlung. Zusätzlich profitieren Mitarbeiter von Aktien und weiteren Zusatzleistungen wie Sondervergütung für Überstunden, Lebens- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Beiträgen für die betriebliche Altersvorsorge oder das "Career Choice"-Programm, über das bis zu 95 Prozent der Kursgebühren und Literaturkosten für eine Aus- und Weiterbildung übernommen werden. Für den Job als Versandmitarbeiter sind keine Vorqualifikationen erforderlich."

Kommentare