Feuerwerk der leichten Muse

Operettengala des Chorvereins begeisterte das Publikum

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So bunt wie das Bild auf der Bühne war auch das Programm der Operettengala. Das Frankfurter Johann-Strauß-Orchester unter der Leitung von Helgo Hahn präsentierte einen temperamentvollen und kurzweiligen Querschnitt durch die Welt der Operette, der Filmmusik und des Musicals.

Bad Hersfeld -  Das Frankfurter Johann-Strauß-Orchester präsentierte zur Operettengala des Chorvereins einen Querschnitt durch  Operette, Filmmusik und Musical.

 Spritzig und belebend wie Champagner, temperamentvoll wie ein Feuerwerk und hochemotional – das von Helgo Hahn geleitete Frankfurter Johann-Strauß-Orchester begeisterte mit seiner traditionellen Operettengala auch in diesem das Publikum in der fast komplett gefüllten Stadthalle.

Einmal mehr setzte der Chorverein unterstützt von der Hersfelder Zeitung mit seinem Neujahrskonzert auf eine bewährte Mischung von Unterhaltungsmusik des gehobenen Niveaus: Walzerseligkeit, spritzige Operettenmusik und Musik aus Film und Musical standen an diesem Abend auf dem Programm, es gab ein Wiederhören mit klassischen Bestandteilen von Neujahrs- und Silvesterkonzerten wie der Ouvertüre der Operette „Die Fledermaus“, mit Paul Linckes Marsch „Folies Bergère und dem Walzer „Gold und Silber“ von Franz Lehár, aber auch mit Musical- und Tonfilm-Klassikern unter anderem aus „Frühstück bei Tiffany’s“, „Kiss me Kate“ oder „Evita“.

Moderator Dieter Voss führte souverän und charmant durch das Programm, dank ihm konnte man die musikalischen Anfänge Helgo Hahns nachvollziehen, der seine Karriere auf einem maroden Klavier begann, auf dem zuvor ein Glas mit Heidelbeeren explodiert war. Auch dass der sympathische Tenor Reto Rosin den Zweitnamen Rafael trägt und dass die Sopranistin Katja Bördner ihr nächstes Engagement auf dem ehemaligen Traumschiff in der Nähe des Polarkreises haben wird, entlockte Voss seinen Interviewpartnern.

Reto Rosin und Katja Bördner eroberten nicht nur als Solisten die Herzen des Publikums, son dern überzeugten auch als charmantes und versiertes Duo.

Katja Bördner und Reto Rosin begeisterten nicht nur durch ihre wandlungsfähigen und ausgesprochen schönen Stimmen, sondern auch durch Präsenz, Ausstrahlung, viel Charme und temperamentvolle Tanzeinlagen. Rosin beeindruckte vor allem in seinen Operetten-Interpretationen, wie in „Komm Zigany!“ aus Emmerich Kálmáns „Gräfin Mariza“. Bördner interpretierte unter anderem das wohlbekannte „Don’t cry for me, Argentina“ und „I feel pretty“ aus Leonard Bernsteins „Westside Story“ mit großer emotionaler Tiefe. Auch im Duett - beispielsweise in Carl Zellers „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ aus dem „Vogelhändler“ oder in der Zugabe „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“ von Robert Stolz, das Rosin und Bördner in seiner Ambivalenz ausleuchteten, beeindruckten die beiden Solisten.

Das von Helgo Hahn geleitete Johann-Strauß-Orchester ließ auf der mit roten Rosen geschmückten von der ersten Minute an den Funken der Begeisterung auf das Publikum überspringen: Temperamentvoll, elegant und zugleich mit viel Gefühl für differenzierte Färbungen erwiesen sich die Mitglieder des Orchesters als fein ausbalancierter, perfekt aufeinander abgestimmter Klangkörper. Sie demonstrierten in beeindruckender Weise, wie die vermeintlich „leichte Muse“ durch großes musikalisches Können an Tiefe gewinnen kann.

Mit stehenden Ovationen revanchierte sich das Publikum am Schluss für ein kurzweiliges und ausgesprochen niveauvolles Konzerterlebnis, das in bewährter Weise durch den „Radetzy-Marsch“ als letzte von drei Zugaben abgerundet wurde. (uj) 

Operettengala des Chorvereins Bad Hersfeld

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