Neue Zahlungsrichtlinie

Online-Banking wird sicherer: Neue Hürde für Hacker und Betrüger eingebaut

Mit PSD2 soll das Online-Banking sicherer werden.

Zusätzliche Hürden sollen das Online-Banking sicherer machen. Die Banken setzen auf eine "starke Kundenauthentifizierung".

Hersfeld-Rotenburg – Wer online seinen Kontostand abrufen oder eine Überweisung tätigen möchte, hat es bereits bemerkt: Online-Banking und das Bezahlen im Internet sind etwas komplizierter, aber dadurch auch sicherer geworden. Grund dafür ist die zweite Europäische Zahlungsdienst-Richtlinie (PSD2), deren Neuerungen seit Samstag, 14. September, in Kraft sind – siehe Hintergrund. Sie macht unter anderem eine sogenannte „starke Kundenauthentifizierung“ erforderlich.

PSD2 - Das ändert sich im Online-Zahlungsverkehr

Neben der Eingabe von Benutzerkennung und PIN ist als zweiter Faktor nun häufig eine zusätzliche TAN nötig. Sie darf nicht von einer Liste stammen, sondern muss für jede Transaktion neu erzeugt werden. 

Über eine spezielle App der Bank auf dem Smartphone, per SMS oder mittels eines TAN-Generators – je nach Bank werden unterschiedliche Wege hierfür angeboten. Ziel ist es, die Kunden gegen Missbrauch oder Betrug durch Hacker im Internet besser zu schützen, indem sie sich auf zwei verschiedene Arten ausweisen müssen.

Online-Banking: Die Hälfte der Sparkassen-Kunden in Hersfeld-Rotenburg nutzen es

„Unsere Kunden kennen das ja bereits von den Überweisungen im Online-Banking – neu hinzu kommt bei der Sparkasse, dass spätestens alle 90 Tage eine solche Sicherheitsabfrage zusätzlich angefordert wird“, sagt Steffen Sauer, Leiter der Gruppe Electronic-Banking bei der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg. Über 50 Prozent der Sparkassen-Kunden im Landkreis nutzen bereits das Online-Banking.

 „Wir haben sie schon im Vorfeld der Umstellung ausführlich informiert“, sagt Sauer. Angesichts der bislang geringen Zahl an Problemen – überwiegend hätten diese an der Verwendung veralteter Software gelegen, die durch Updates schnell behoben werden konnten – habe sich das nun ausgezahlt.

Online-Banking - VR-Bankenverein begrüßt die neue Sicherheitsmaßnahme

Auch der VR-Bankverein ist mit der Umstellung und der hierdurch gewonnenen größeren Sicherheit sehr zufrieden. Über 60 Prozent der Girokonten werden dort bereits online geführt. „Schon in den vergangenen Wochen haben uns viele Fragen erreicht, die unsere Kundenberater gerne beantwortet haben“, sagt Oliver Schöbel, Bereichsleiter beim VR-Bankverein.

Einen weiteren Nutzen würden die Kunden durch neue Angebote und Services von Drittanbietern erhalten, ist sich Schöbel sicher. „Natürlich nur, wenn der Kunde dies wünscht und erlaubt.“ In diesem Bereich müsse der Handel allerdings noch nacharbeiten, sagt Steffen Sauer.

Allen, die Fragen zu Umstellung haben, stehen die Kundenberater mit Rat und Tat zur Seite.

Für mehr Verbraucherschutz und Innovationen

Die zweite Europäische Zahlungsdienst-Richtlinie (PSD2) ist eine EU-Richtlinie zur Regulierung von Zahlungsdiensten und Zahlungsdienstleistern. Sie soll laut Deutscher Bundesbank die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöhen, den Verbraucherschutz stärken und Innovationen fördern sowie den Wettbewerb im Markt steigern. Die mit ihr verbundene starke Kundenauthentifizierung und die Öffnung der Zahlungskonten für „Dritte“ ist am 14. September in Kraft getreten.

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