„Gewalt geht uns alle an!“

One Billion Rising: Getanzter Protest

Tanzen geht auch mit Rollator: Das Frauennetzwerk Hersfeld-Rotenburg hat die Tanzaktion „One Billion Rising“ für Bad Hersfeld organisiert. Weltweit beteiligen sich Millionen Frauen daran. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Das Ende jeglicher Gewalt an Frauen und Mädchen forderten am Mittwochnachmittag auf dem Rathausplatz in Bad Hersfeld Tänzerinnen aller Altersgruppen.

Sie beteiligten sich an der weltweiten Protestaktion „One Billion Rising“ (Eine Milliarde erhebt sich), die 2012 ins Leben gerufen wurde und an der sich Jahr für Jahr mehr Menschen beteiligen.

Alleine in Deutschland fand die Aktion in 170 Städten statt, darunter auch in Bad Hersfeld. Vor einem Jahr seien es nur 150 Städte gewesen, berichtete Sabine Koch, Sprecherin des Frauennetzwerkes im Kreis, das die Tanzaktion auch in diesem Jahr wieder organisiert hat.

Jede dritte Frau weltweit wird Opfer von Gewalt

Jeder dritten Frau auf der Welt werde Gewalt angetan, stellte Koch fest. Deshalb versammelten sich Frauen – und Männer – auf der ganzen Welt, um mit einem Tanz zu einem gemeinsamen Lied dagegen zu protestieren und sich weiblicher Stärke bewusst zu werden. Auch in Bad Hersfeld tanzten einige Männer mit und demonstrierten damit ihre Solidarität mit den Frauen.

In dem Lied formulieren die Frauen ihren Traum von einer Welt, frei von Unterdrückung, Missbrauch, Gewalt und Inzest und kündigen an, aufzustehen und ihre Ketten zu sprengen.

Ute Boersch, Frauenbeauftragte des Kreises, betonte die Bedeutung des seit 2002 geltenden Gewaltschutzgesetzes. „Wer schlägt, der geht!“, fasste sie dessen Bedeutung knapp zusammen und erhielt dafür den Beifall der Versammlung. Boersch machte auch deutlich, dass die Täter diejenigen seien, die sich schämen müssten, nicht die betroffenen Frauen und Mädchen. „Gewalt gegen Frauen und Mädchen geht uns alle an“, rief Boersch.

Von Christine Zacharias

One Billion Rising: Getanzter Protest gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Kommentare