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Landwirte im Landkreis haben hohe Erwartungen an neuen Minister

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Von: Carolin Eberth

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Cem Özdemir
Cem Özdemir © Kay Nietfeld/dpa

Die Erwartungen an den neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (55) im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind hoch.

Hersfeld-Rotenburg - Der Sozialpädagoge ist der erste türkischstämmige und der erste vegetarische Politiker in dieser Funktion. Wir haben bei Landwirten Stimmen zu dem fachfremden Quereinsteiger der Grünen gesammelt. „Özdemir hat kürzlich für einen riesigen Aufschlag gesorgt mit der Kritik an Ramschpreisen bei Lebensmitteln. Dass er das zum Thema gemacht hat, finde ich erst mal super. Die Frage ist jetzt allerdings, was er daraus macht“, sagt Jörg Schäfer, Landwirt aus Niedergude und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Die Landwirte seien auf jeden Fall zu Veränderungen bereit. „Nicht bereit sind wir zu ideologischen Spielchen. Wir brauchen also gleiche Produktionsbedingungen, Standards und Qualitätsmaßstäbe“, sagt Schäfer, der auf eine baldige Verbesserung hofft.

„Mit Julia Klöckner von der CDU waren die Hoffnungen am Anfang groß und es ist wenig passiert. Nun hoffe ich, dass mich die Grünen überraschen und die vielen Versprechungen auch umsetzen“, sagt Schweinebauer Johannes Hott aus dem Cornberger Ortsteil Königswald. Allerdings bereite ihm der vegetarische Minister auch Sorgen: „Man fragt sich natürlich, inwieweit wir als Tierhalter irgendwann noch gefragt sind.“ Er hofft, dass die geplanten Auflagen an Landwirte für diese auch umzusetzen sind. Dafür müsse der Übergang von der traditionellen zur „grünen“ Landwirtschaft fließend gestaltet werden. „Es darf am Ende nicht sein, dass wir Landwirte in Deutschland ganz hohe Auflagen haben, die die Produktion verteuern, und wir dann günstigere Lebensmittel aus dem Ausland importieren.“

Ähnlich sieht das auch Kreislandwirt Horst Taube: „Ich will noch kein vorläufiges Urteil über Özdemir fällen. Aber schade finde ich es, dass er kein Fachmann ist. Daher bezweifle ich auch, dass er der Richtige für dieses Ministerium ist.“ Taube hofft vor allem, dass bei einem Wandel der Agrarpolitik die Landwirte nicht auf der Strecke bleiben. 

Von Carolin Eberth

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