Experiment bei den Bad Hersfelder Festspielen

Uwe Ochsenknecht liebt das Unbekannte

+
Theater mal anders: Uwe Ochsenknecht lässt sich auf ein ungewöhnliches Experiment ein.

Mit einem unbekannten Text auf die Bühne und dann vor Publikum spielen - Uwe Ochsenknecht lässt sich bei den Bad Hersfelder Festspielen auf ein Experiment ein.

Der Schauspieler Uwe Ochsenknecht („Schtonk!“, „Männer“) wird sich in einer Veranstaltung der Bad Hersfelder Festspiele auf ein einmaliges Experiment einlassen: Ohne Probe, ohne Regie, ohne Bühnenbild wird er das Stück „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ am Samstag, 24. August (Beginn 20.30 Uhr) auf der Bühne der Stiftsruine lesen und spielen. Den Text und die Anweisungen von Autor Nassim Soleinmapour erhält er erst unmittelbar zuvor in einem versiegelten Umschlag. Wir haben mit Uwe Ochsenknecht am Telefon über dieses ungewöhnliche Vorhaben gesprochen.

Guten Tag, Herr Ochsenknecht.

Guten Tag!

Spreche ich mit Herrn Ochsenknecht?

Persönlich.

Ähm. Woher weiß ich, dass Sie wirklich Uwe Ochsenknecht sind? Schließlich kann ich Sie durchs Telefon nicht sehen.

So viel Zeit haben wir nicht. Schießen Sie los!

Okay. Ich nehme Ihnen das mal ab. Also los: Wissen Sie, worauf Sie sich am Samstag einlassen? Haben Sie schon mal Vergleichbares ausprobiert?

Nee. Das habe ich nicht. Ich weiß nicht, was auf mich zukommt. Ich finde das sehr spannend. Ich liebe das Risiko, das Unbekannte.

Ist das nicht ein ziemlich großes Risiko? Sie werden vor 1300 Zuschauern allein auf einer riesigen, leeren Bühne stehen und haben zunächst einmal keine Ahnung, wie der Text ankommt.

Ja. Als Entschuldigung kann ich aber immer sagen, ich konnte mich ja nicht vorbereiten. Ich gehöre aber noch zu der Generation Schauspieler, bei denen Improvisation ein Fach war. Das hat man gelernt, wie man mit unvorhersehbaren Dingen umgeht. Ich bin gespannt.

Wirklich keine Angst, sich zu blamieren?

Dann würde ich es nicht machen. Es geht ja nicht um Leben und Tod. Es ist Spiel. Ich habe ja auch mehr als 40 Jahre Bühnenerfahrung und dadurch eine gewisse Selbstsicherheit, die man an den Tag legt. Aber es kann natürlich auch alles nach hinten losgehen. Aber da sitzen das Publikum und ich im selben Boot.

Wer hatte die Idee, damit ausgerechnet nach Bad Hersfeld zu kommen?

Das war der Intendant, der Joern Hinkel. Den kenne ich schon länger.

Hand aufs Herz: Hat Ihnen der Name Bad Hersfeld schon vorher etwas gesagt? Außer, dass Sie mal auf der Autobahn dran vorbeigefahren sind...

Ich weiß schon ganz lange, dass Bad Hersfeld Festspielstadt ist.

Aber hier gewesen sind Sie noch nicht?

Nein.

Dann viel Glück für Ihren Auftritt „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“. Wir freuen uns auf Sie!

Vielen Dank. Und schauen Sie sich dann mal das Unvorhersehbare an!

Karten für „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ gibt es ab 22 Euro beim Ticket-Service, Am Markt 1, in Bad Hersfeld, Telefon 06621/640200 oder online unter bad-hersfelder-festspiele.de

Von Karl Schönholtz

Kommentare