Umjubelte Nussknacker-Inszenierung des Klassischen Russischen Balletts

Getanzte Träume im Wald: Ballett in der Stadthalle

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Der spanische Tanz: Harmonisch funktionierte das Zusammenspiel zwischen den russischen Profis und heimischen Tänzerinnen der Tanzschule Michèle Meckbach.  

Bad Hersfeld. Auf Weihnachten eingestimmt hat die Nussknacker-Inszenierung des Klassischen Russischen Balletts gemeinsam mit Tänzerinnen der Tanzschule Michèle Meckbach.

Es ist der Weihnachtsabend. Mitten im Schloss steht ein großer, funkelnder Tannenbaum, um den eine Schar fröhlicher Kinder spielt. Mit dieser Szenerie begann am Dienstabend die Nussknacker-Aufführung des Klassischen Russischen Balletts in der Stadthalle.

25 Tänzer und Tänzerinnen aus Moskau bescherten den Zuschauern im ausverkauften Saal und oben auf der voll besetzten Empore eine märchenhaft schöne Inszenierung des weihnachtlichen Ballettklassikers. Wer Freude an der prachtvollen Musik Tschaikowskis sowie an ausdrucksvoll getanzten Gefühlen hat, kam auf seine Kosten. Nicht nur die meisterliche Leistung des Ensembles, sondern auch die opulente Ausstattung, das großartige Bühnenbild und die bezaubernden Kostüme trugen zum überzeugenden Gesamteindruck bei.

In der Geschichte von E.T.A. Hoffmann wird ein großer Kindertraum wahr: Puppen erwachen zum Leben und führen in ein schönes Zauberland. Klara bekommt von ihrem Onkel eine Nussknackerpuppe geschenkt. Als alle Gäste des Weihnachtsfestes längst zu Hause sind, hält sie diese noch immer fest im Arm und beginnt zu träumen. Der Nussknacker wird zum Prinzen und fliegt mit ihr durch den Winterwald in eine Zuckerstadt.

Klara (Olga Grigorieva) und ihr Prinz (Alexsey Mikheev) beim Pas de deux.

Eine Puppenarmee kämpft mit dem bösen Mäusekönig und seinem Gefolge. Die Mäuse taten zwar so, als wären sie grauslig, aber eigentlich wirkten sie niedlich. In den Kostümen steckten nämlich kleine, drei- bis fünfjährige Schülerinnen der Tanz- und Ballettschule Michèle Meckbach. Deshalb gab es am Ende dieser Szene und immer dann, wenn Gruppen der etwa 80 teilnehmenden Ballettelevinnnen dieser Schule auftraten, besonders viel Applaus.

Im Vorfeld hatten die Hersfelder Mädchen ihre Instruktionen vom Tourneeleiter Timur Kinzikeev in extra anberaumten Unterrichtsstunden bekommen. Der Auftritt mit den Profis war dann mit Spannung erwartet worden. Es klappte alles hervorragend. Der Ballettnachwuchs verteilte Küsschen, schwang seine Tutus hin und her und spielte seine Rollen allerliebst.

Überzeugend war die Leistung der Hauptdarsteller. Olga Grigorieva als Klara zeigte Anmut in Perfektion, Alexsey Mikheev als Prinz und Anton Shalin als Onkel Drosselmeyer beeindruckten ebenfalls mit ihrer ausgefeilten Leistung.

Applaus brandete auch bei den spanischen, arabischen, chinesischen und russischen Tänzen auf. Als krönenden Abschluss tanzten alle zusammen den großen Blumenwalzer und waren glücklich. Das waren auch die Zuschauer, die nun bestimmt noch mehr Lust auf Weihnachten bekommen haben.

Von Vera Hettenhausen

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