Ausstellungen sollen moderner werden

Neues Konzept fürs Bad Hersfelder Museum im Stift

Das Bad Hersfelder Museum im Stift
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Das Bad Hersfelder Museum im Stift

Ideen für eine Neugestaltung des etwas angestauben Bad Hersfelder Museums im Stift präsentierte im Kulturausschuss jetzt Lisa Hendrich.

Bad Hersfeld – Noch herrscht im Museum der Stadt Bad Hersfeld im Stift der Charme der 80er-Jahre vor. Doch das soll sich sobald wie möglich ändern. Ein erstes Konzept stellte Lisa Hendrich, die seit Oktober 2020 zum Team des Fachbereichs Stadtmarketing gehört und unter anderem für die Gestaltung des städtischen Museums und die dortigen Ausstellungen verantwortlich ist, jetzt auch im neu konstituierten Ausschuss für Bildung und Kultur vor.

Zur ersten Sitzung nach der Kommunalwahl hatte sich das Gremium am Mittwoch in der Sorgaer Mehrzweckhalle getroffen. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Dr. Thomas Handke gewählt, zum Stellvertreter Gerhard Finke (beide SPD). Auch diese Wahl fiel einstimmig aus. Als Schriftführer fungieren neben Lisa Hendrich künftig Markus Heide und Lena Lochhaas (ebenfalls Fachbereich Stadtmarketing). Schon 2017 hatte sich der Ausschuss mit dem „für eine Kulturstadt wichtigen Thema“ befasst, passiert war seitdem aber kaum etwas, wie Handke einleitend feststellte. „Das Museum ist etwas ergraut und entspricht nicht mehr den modernen Anforderungen“, stellte er fest – und dem konnte Lisa Hendrich sich nur anschließen.

Zwar verfüge das Museum über einen Reichtum an Objekten, die gar nicht alle ausgestellt werden könnten, die Präsentationsformen seien aber eher antiquiert. Ihr ist es ein Anliegen, die Attraktivität des Museums zu erhöhen, es mit allen Sinnen erfahrbar zu machen und neue Zielgruppen anzusprechen. Für alle Stockwerke hat Hendrich bereits Ideen entwickelt.

So soll im Kapitelsaal im Erdgeschoss der Empfang in den Fokus gerückt und samt eines kleinen Shops gegenüber des Eingangs platziert werden. Aktuell befindet er sich rechts der Tür ein wenig versteckt. Für Hendrich gehören zudem die Persönlichkeiten sprich Gesichter der Stadt unbedingt dazu, ob Lingg von Linggenfeld, Konrad Zuse, Konrad Duden oder Benno Schilde. Die Modelle und Karten sollen bleiben. Im ersten Obergeschoss möchte sie den Themenbereich Textil ausweiten und die Ausgrabungen neu präsentieren, die bislang in Vitrinen aus den 80er-Jahren gezeigt werden. Auch kleine Experimentierstationen seien denkbar. Partizipation ist für Hendrich ohnehin ein wichtiger Baustein. Im zweiten Stock, wo es derzeit um die Stadtgeschichte geht, sieht sie Raum für themengebundene Sonder- oder Wanderausstellungen. Die Galerie im Dachgeschoss könne auch weiterhin von regionalen Künstlern genutzt werden.

Weiterhin gelte es, die Texttafeln zu überarbeiten und neue Audioguides zu erarbeiten. Gern würde Hendrich auch ein kleines Museumscafé initiieren, und zwar dort wo jetzt die Festspielausstellung aufgebaut ist, für die dann allerdings andere Flächen gefunden werden müssen. Auch Jahresausstellungen, Workshops, einen Wettbewerb für Schulkassen und noch vieles mehr kann Hendrich sich vorstellen, sie betonte aber auch, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei und zunächst die Finanzierung gesichert werden müsste, für die sie verschiedene Fördermöglichkeiten prüfe. 2023/2024 sollen die Neuerungen umgesetzt sein. Dr. Handke bat indes, die gut besuchten Kunstausstellungen beizubehalten. (Nadine Maaz)

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