Fast in der ganzen Halle

Neuer Service der TLT-Turbo übernimmt Räume der ehemaligen Grenzebach-Fertigung

Die Firma mit den großen Ventilatoren: Die TLT-Turbo GmbH stellt in der Fertigung oberhalb der früheren US-Kaserne Industrieventilatoren her. Unser Foto zeigt Standortleiter Christian Kosack mit einem imposanten Exemplar an der Wuchtmaschine. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Die Auftragsbücher sind voll, es wird zum Teil im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet und an Samstagen auch: „Unsere Fertigung ist voll bis oben hin“, sagt Christian Kosack, Standortleiter der TLT-Turbo GmbH in Bad Hersfeld. Das hat Folgen.

Der Hersteller von meist großen Radial- und Axialventilatoren – nicht zu verwechseln mit der früheren Schwesterfirma Trox TLT – hat sich auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne in den vergangenen fünf Jahren immer mehr ausgebreitet. Firmenhauptsitz ist allerdings nach wie vor Zweibrücken.

Für einen neuen Service in Bad Hersfeld wurden zuletzt weitere Räumlichkeiten der vor gut einem Jahr aufgegebenen Fertigung von Grenzebach BSH übernommen. Die Halle direkt an der Autobahn A4 wird damit bis auf einen kleinen an einen Logistiker vermieteten Teil komplett von TLT-Turbo belegt. Zuvor hatte die Produktion der großen Industrieventilatoren nur im kleineren Teil der Halle stattgefunden, die 2009 beim Umzug von Grenzebach aus dem jetzigen Schilde-Park neu gebaut worden war.

Keinerlei Auslastungsprobleme

„Wir hatten in den vergangenen Jahren keinerlei Auslastungsprobleme“, erklärt Kosack. Zudem wurde die deutsche Fertigung des weltweit operierenden Unternehmens allein auf den Standort Bad Hersfeld konzentriert. Gewachsen ist gleichzeitig die firmeneigene Logistik, die bereits auf zwei alte Kasernengebäude verteilt ist. Mehr Mitarbeiter sind es in dieser Zeit natürlich auch geworden, unter den 25 Neuzugängen sind auch einige aus Grenzebach-Fertigung.

Als neues Standbein hat TLT-Turbo den Servicebereich ausgebaut. Seit dem vergangenen November ist in der Halle eine Servicewerkstatt eingerichtet, die den aktuellen Bedürfnissen der Kunden Rechnung trägt. Weil bei industriellen Belüftungsanlagen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird, gibt es deutlich weniger Neuinvestitionen. Stattdessen sollen alte Anlagen möglichst lange genutzt und instandgehalten werden. In der neuen Werkstatt können Revisionen und Reparaturen an allen Typen industrieller Großventilatoren, sowohl radial als auch axial und mit Gewichten von bis zu 40 Tonnen ausgeführt werden.

„Das leisten wir jetzt in wesentlich geringerer Zeit als früher“, sagt Standortleiter Kosack, weil Abläufe und Lagerhaltung von Material optimiert werden konnten.

Nur um eines konnte sich der TLT-Chef noch nicht kümmern: Auf der Hallenfassade prangt noch das weithin sichtbare „G“ von Grenzebach. Dabei müsste hier doch längst das TLT-Logo zu sehen sein.

Hintergrund

Aus Bad Hersfeld in alle Welt

Die TLT-Turbo GmbH ist einer der weltweit führenden Hersteller von technologiegetriebenen, industriellen Ventilatoren und lufttechnischen Systemen. Der Bad Hersfelder Unternehmensteil gehörte bis zur Insolvenz zu Babcock-BSH. Danach erfolgte die Übernahme der Serienventilatoren durch Trox, während die Industrieventilatoren seit Februar 2014 zu Powerchina gehören. Neben den deutschen Standorten in Zweibrücken, Oberhausen, Frankenthal und Bad Hersfeld unterhält TLT Gesellschaften, Niederlassungen und Vertretungen in aller Welt. Die Radial- und Axialventilatoren, Windkanalventilatoren und Tunnelsysteme des Unternehmens werden weltweit in thermischen Kraftwerken eingesetzt, in der Grubenbewetterung, der Stahlerzeugung und -verarbeitung, der (petro-) chemischen Industrie, bei der Zementherstellung, Müllverbrennung sowie der Tunnelbelüftung, in Windkanälen und auf Prüfständen. Derzeit beschäftigt die TLT-Turbo Group rund 550 Mitarbeiter, davon etwa 360 in Deutschland und 136 in Bad Hersfeld. (red/ks)

Von Karl Schönholtz

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