ZWISCHEN DEN ZEILEN

Die neuen Helden des Alltags

Unsere Wochenkolumne dreht sich diesmal um - na, klar, die Corona-Krise

In Zeiten der Corona-Krise gibt es viele neue Helden des Alltags: Das sind natürlich alle Beschäftigten im Gesundheitswesen, es sind die Mitarbeiter von Supermärkten, die trotz Infektionsgefahr in vorderster Front unsere Versorgung sicherstellen. Es sind die Rettungsdienste, die Altenpfleger, aber auch die Lastwagenfahrer, Polizeibeamte, Zeitungszusteller, Feuerwehrleute und noch ganz viele andere zum Beispiel in Behörden, Ämtern und der Arbeitsagentur, die unser System in dieser Ausnahmesituation am Laufen halten. Und es sind natürlich auch viele Freiwillige, wie der Nachbarsjunge, der jetzt für ältere Mitmenschen Besorgungen macht oder das Nachbarmädchen, das nun babysittet, weil die Kitas geschlossen sind. Ihnen allen gebührt ohnehin, aber jetzt umso mehr, unsere Anerkennung, Respekt und Dank.

Leider habe viele dieser Berufsgruppen schon vor der Corona-Krise nicht die verdiente gesellschaftliche Wertschätzung genossen und oft auch nicht das eigentlich angemessene Gehalt für ihre aufopferungsvolle Arbeit erhalten. Vielleicht dient diese Krise ja wenigstens dazu, das künftig zu überdenken.

Besonders schlimm ist aber, dass viele dieser neuen Helden des Alltags jetzt auch noch durch Dummheit, Frechheit und Sorglosigkeit gefährdet oder sogar bepöbelt werden. Dabei ist jetzt die Zeit für Höflichkeit, Rücksichtnahme, Nächstenliebe und Hilfe. Ich bin sicher, dass sich zum Beispiel die Kassierin Supermarkt über das kleine Wörtchen danke für ihren Einsatz in der Krise sehr freut – aus gebührendem Abstand, versteht sich!

Auch unser „Kastanienmeister Krümel“ hat sich mit einem Appell zu Wort gemeldet und bittet darum, dass alle zuhause bleiben, „damit im Oktober unser „Fierche“ brennt und wir uns alle wiedersehen“. Nach der Kanzlerin nun also auch unser kleiner Feuermeister und Sympathieträger vom Lullusfest – eigentlich müsste es nun der Letzte verstanden haben. Apropos Lolls: Viele Betriebe kämpfen ja im Moment ums nackte Überleben – so auch unsere Schausteller-Freunde, denen wir so viele schöne Stunden zu verdanken haben. Sie hoffen, wie alle anderen von Corona gebeutelten Betriebe, auf unsere Solidarität nach der Krise.

Auch in unserer kleinen Redaktion ist es sehr einsam geworden. Fast alle Redakteure, wie auch die meisten Kollegen aus den Verlagsabteilungen, arbeiten inzwischen aus dem Homeoffice – was auch erstaunlich gut funktioniert. Zusammen mit zwei Kollegen halte ich in der Redaktion die Stellung und wir versuchen die Arbeit per Mail, Telefon und WhatsApp zu koordinieren – weit voneinander getrennt im Großraumbüro. Aber eigentlich sind wir ja Journalisten geworden, weil wir gern unterwegs und nah bei den Menschen sind. Hoffentlich ist das bald wieder möglich. Bis dahin, liebe Leserinnen und Leser, bleiben Sie gesund.

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