Alternativvorschläge müssen auf den Tisch

Planung für Neubaustrecke Fulda-Gerstungen geht erstmals in eine konkrete Phase

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Mit der Antragskonferenz zum Raumordnungsverfahren geht die Planung für die Neubaustrecke Fulda-Gerstungen der Deutschen Bahn erstmals in eine konkrete Phase.

Erstes Ziel ist dabei die Definition eines Korridors, in dem die künftige Trasse verlaufen könnte. Der Suchraum erstreckt sich von der existierenden Schnellbahnstrecke Hannover-Würzburg bis zum Kaliabbaugebiet im Osten, sowie von Bebra im Norden bis in den Raum Burghaun im Süden.

Vertreter des federführenden Regierungspräsidiums in Kassel, der DB Netz AG, der betroffenen und beteiligten Behörden, Landkreise, Städte, Gemeinden und Bürgerinitiativen tagten am Mittwoch in der Bad Hersfelder Stadthalle, um in einem ersten Schritt Informationen, Anregungen und Bedenken zusammenzutragen. Entschieden wurde allerdings bei der eigentlich behördeninternen, aber in diesem Falle öffentlichen Konferenz noch nichts.

Dr. Alexander Nolte, Projektleiter der DB Netz, skizzierte den Hintergrund der Planungen: Die Bahn strebt angesichts des zunehmenden Verkehrs und steigender Fahrgastzahlen eine Verkürzung der Fahrzeiten und größere Kapazitäten an. Zwischen Fulda und Erfurt soll der ICE nicht mehr als 62 Minuten benötigen. Eine Anbindung des Bahnhofs Bad Hersfeld als Fernverkehrshalt oder einer neuen Station in der Region Hersfeld-Rotenburg soll berücksichtigt werden. Bis Ende dieses Jahres hofft man, „Grobkorridore“ zu definieren, die unter Berücksichtigung von Raumwiderständen (zum Beispiel Brunnen und Wasserläufe) bewertet werden. Schließlich wird ein „raumverträglicher Trassenkorridor“ als Vorzugsvariante ermittelt und nach „landesplanerischer Beurteilung“ empfohlen.

Nur die Vorzugsvariante wird im Detail untersucht und geht ins Planfeststellungsverfahren. Deswegen müssen während der Raumordnung alle Alternativvorschläge auf den Tisch. 

Sorgen in Ludwigsau, Tunnel am Johannesberg

Schon kurz nach Beginn der Antragskonferenz meldeten sich erste lokale Interessenvertreter zu Wort. So wiesen beispielsweise die Grundstückseigentümer aus Ludwigsau darauf hin, dass einem neuen Bahnhof bei Mecklar jegliche Infrastruktur fehle. Paul Niewerth vom Aktivbündnis Waldhessen legte eine Tunnellösung zwischen Langenschwarz und Bad Hersfeld vor, die den Johannesberg unterquert und den bestehenden Bahnhof erhält.

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