Rolle ständig weiterentwickeln

„Nachteulen“ zurück mit Mitgliedern des Momo-Ensembles der Bad Hersfelder Festspiele

Gastgeber Dominic Mäcke (links) und Schauspieler Günter Alt bei der Talk-Show Nachteulen.
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„Nachteulen“ Spaß mit „Helium-Stimme“: Gastgeber Dominic Mäcke (links) und Schauspieler Günter Alt, der in diesem Jahr als Beppo Straßenkehrer im Familienstück „Momo“ zu sehen war.

Nach fast zwei Jahren Abstinenz fließt der Haselnussschnaps bei den Nachteulen wieder in Strömen. Die erste Festspiel-Late-Night in Bad Hersfeld stand ganz im Zeichen des Familienstücks „Momo“.

Bad Hersfeld - Mit Günter Alt (Beppo Straßenkehrer) und Sebastian Anton Maria Brummer (Gigi Fremdenführer) saßen zwei der Hauptdarsteller des von der Kriitk hochgelobten Stücks „Momo“ bei Gastgeber Dominic Mäcke auf – Verzeihung: pandemiegerecht natürlich neben dem Sofa. Als Überraschungsgäste vervollständigten Andreas Bittl (Nicola, Paolo) und „Momo“-Regisseur Georg Büttel das Quintett.

Hersfeldpreisträger Günter Alt, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, bekannte auf der Couch, dass er den Film „Momo“ nur bis zur Hälfte gesehen hat. „Ich möchte meine Rolle nicht nachspielen“, gibt er zu Protokoll und ergänzt, dass er „jede Vorstellung neu erlebe und dabei seine Rolle ständig weiterentwickele“.

Nachteulen - Talkshow zu später Stunde mit Stars und Haselnussschnaps

Zwei Männer sitzen auf der Bühne und stoßen mit Schnaps an.
Zwei Männer sitzen auf der Bühne und stoßen mit Schnaps an.
Zwei Männer sitzen auf der Bühne und stoßen mit Schnaps an.
Zwei Männer sitzen auf der Bühne und stoßen mit Schnaps an.
Nachteulen - Talkshow zu später Stunde mit Stars und Haselnussschnaps

Für die Zeit nach Corona hat Alt noch keine Strategie. Er könne sich selbst nur schlecht vermarkten, weiß er um seine Schwäche, betont aber durchaus selbstbewusst „Mich muß man gesehen haben, dann kommen auch die Engagements“. Zustimmenden Beifall des Publikums erhielt er für sein Statement zum Thema Political Correctness: „Vor lauter Überkorrektheit weiß man nicht mehr, was man sagen darf und was man sagen muss“.

Sebastian Anton Maria Brummer hingegen ist als Schauspieler, Opernsänger und Hörspielsprecher vielseitig aufgestellt. Als Regisseur hat er unter anderem die „Drei Musketiere“ oder den „Bockerer“ auf die Bühne gebracht. Dabei hilft ihm, dass er beide Seiten kennt, denn „wenn Schauspieler anfangen, Regie zu führen, dann wird´s gefährlich. Schauspieler kennen ihre Rolle schließlich besser als der Regisseur“. Brummer empfindet es als übergriffig, wenn „jemand glaubt, die Weisheit gefressen zu haben“.

Günter Alt hat sich bislang noch nicht getraut, Regie zu führen, obwohl er schon einige Male gedacht habe „das hätte ich besser gekonnt“.

Regisseur Georg Büttel überraschte mit dem selbstverfassten bitterbösen Gedicht „Lob der Geistesgegenwart“.

Ebenfalls viel Applaus erhielt Andreas Bittl, der mit dem Akkordeon Stücke von Gilbert Bécaud und Tom Waits präsentierte. Zum Abschluss gab Sebastian Brummer den Nachteulen mit auf den Nachhauseweg: „Stellen Sie mit Herz die richtigen Fragen!“ (Thomas Landsiedel)

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