Aus dem Gerichtssaal

Nach Einbruch bei Bad Hersfelder Juwelier: Schmuck weg, Täter weg

Schmuck im Wert von 135.000 Euro erbeutete ein Einbrecher bei einem Bad Hersfelder Juwelier. Vor der Gerichtsverhandlung tauchte er unter.
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Schmuck im Wert von 135.000 Euro erbeutete ein Einbrecher bei einem Bad Hersfelder Juwelier. Vor der Gerichtsverhandlung tauchte er unter.

Sich dem Risiko einer Verurteilung aussetzen - das sah ein Intensivtäter, dem der Einbruch bei einem Bad Hersfelder Juwelier  vorgeworfen wird,  nicht ein und tauchte unter.

Die Beute im Wert von rund 135.000 Euro ist spurlos verschwunden, der mutmaßliche Täter auf der Flucht, und der Geschädigte steht geschäftlich vor dem Aus: Das ist die bittere Bilanz eines spektakulären Einbruchsdiebstahls bei einem Bad Hersfelder Juwelier vom Mai 2017.

Weil der Angeklagte am Dienstag dieser Woche nicht zur Verhandlung vor dem Schöffengericht des örtlichen Amtsgerichts erschien, musste der Prozess vorläufig abgebrochen werden.

Richterin erließ Haftbefehl

Richterin Silvia Reidt erließ prompt einen Haftbefehl gegen den 36-Jährigen, der zuletzt in Frankfurt/Main gemeldet war. Nach dem Angeklagten wird allerdings schon durch Haftbefehle des Amtsgerichts Gießen wegen eines weiteren Einbruchsdiebstahls und wegen einer noch ausstehenden Haftstrafe von elf Monaten gefahndet.

Staatsanwalt Andreas Hellmich wirft dem Frankfurter vor, bei dem Einbruch in der Breitenstraße mehrere Vitrinen zerstört und daraus Uhren, Schmuck und Gold gestohlen zu haben. Dabei hinterließ der Täter an einem Glassplitter eine Blutspur und damit seine DNA. Die führte schließlich auf die Fährte des nun angeklagten Frankfurters.

Der war polizeilich kein unbeschriebenes Blatt. Im Bundeszentralregister seiner Vorbelastungen finden sich bereits 23 Eintragungen.

Für den betroffenen Juwelier hatte der Einbruch weitreichende Folgen: Die Versicherung habe lediglich einen Teil des Schadens beglichen, erklärte er gegenüber unserer Zeitung. Hintergrund sei sein Versäumnis gewesen, den wertvollen Schmuck nach Geschäftsschluss in einen Tresor einzuschließen. Dies habe er wegen des hohen Arbeitsaufwands, die kunstvoll gestalteten Vitrinen Abend für Abend auszuräumen, vermieden.

Nicht nur auf dem Schaden sei er sitzen geblieben, auch laufe das Geschäft seit dem Einbruch nicht mehr wie zuvor. Voraussichtlich werde er zum Jahresende schließen müssen. 

Wenn der Angeklagte nicht kommt

Wenn ein Angeklagter trotz ordnungsgemäß zugestellter Ladung nicht zu seinem Gerichtstermin erscheint, hat das Konsequenzen. Liegt keine Entschuldigung - etwa durch ärztliches Attest – vor, dann kann das Gericht die sofortige Vorführung durch die Polizei anordnen. Das ist bei ortsansässigen Angeklagten der übliche Weg. Der Prozess findet dann mit etwas Verspätung statt. Ist der Angeklagte nicht auffindbar oder flüchtig, wird in der Regel ein Haftbefehl erlassen.(ks)

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