Einfach der Wahnsinn

Musiker der Rock & Acoustic Band der Gesamtschule Geistal haben viel Spaß

Bad Hersfeld. Es ist Montagmorgen – ein durchaus unbeliebter Tag bei Schülern. Aber Montag heißt für die Mitglieder der Schulband der Gesamtschule Geistal auch: es ist Probe.

 „Die einzige Motivation am Montagmorgen ist die Probe mit der Band“, sagt die 13-jährige Luisa.

„Oh ja“, wirft Clara ein, „Obwohl ich eigentlich zur fünften Stunde aus habe, bleibe ich extra für die Probe mit der Band“. Die findet immer montags für zwei Stunden statt.

Von Gitarre über Schlagzeug und Keyboard ist alles dabei. Manche der Sänger schreiben auch selbst Texte und so spielt die Band oft selbst geschriebene Lieder. „Das ist einfach der Wahnsinn, was die Schüler leisten. In der Mittelstufe schon solche Texte zu schreiben“, erzählt Lehrer Holger Reuning begeistert.

Vor zehn Jahren hat der Kunst- und Musiklehrer, der auch Sozialkunde unterrichtet die Band ins Leben gerufen. Was gespielt wird, entschiedet die Band selbst. „Ich mache lediglich Vorschläge“, erzählt Holger Reuning. Tabea Smyk beispielsweise war ein Fan von dem Lied „Zu dir“ der Sängerin Lea. „Ich zeige den anderen das Lied und dann spielen wir es auch schon in der nächsten Probe“, erzählt die Schülerin, die in der Band singt.

Die derzeitigen Lieblingslieder der Schulband? Alle sind sich einig: der Klassiker Our house von Madness und Hollywood Hills von Sunrise Avenue. Noten gibt es in der Band nicht, damit die Musiker sich nicht zu sehr an den Noten festklammern und besser spontan interagieren können, erklärt Holger Reuning. Der Lehrer sieht sich dabei eher als „Koordinator“ oder „Coach“.

„Die Besetzung der Band wechselt fast jedes Jahr“, erzählt Holger Reuning. Das bedeutet auch, dass sich der Klang der Band jedes Jahr verändert. „Manche Songs spielen wir drei Jahre hintereinander aber eben mit drei verschiedenen Besetzungen und so klingen die Songs immer anders“, erzählt Reuning.

Das Verhältnis untereinander ist sehr entspannt. Alle sind hier, weil sie es wollen. Maya zum Beispiel genießt die Musik als Ausgleich. Für Louis bedeutet das Proben mit der Band Abschalten. „Man muss nicht nachdenken“, erzählt der 15-Jährige. „Zusammen macht es einfach mehr Spaß“ erzählt Johannes. Und Meike ergänzt: „Bei uns wird es nie langweilig.“ Alle nicken zustimmend.

Manche der Mitglieder hat Holger Reuning im Unterricht als Schüler und hat sie dann für die Band begeistern können. Wie zum Beispiel den 15-jährigen Moritz, der Schlagzeug spielt „Er musste einfach in die Band, nachdem ich ihn spielen gehört hatte“, lacht Reuning. Bei den Mädchen konnte eine die andere überzeugen. Hanna war zuerst da. Hanna brachte dann Tabea mit, die wiederum Clara und Clara Maja. So sind jetzt alle vier Freundinnen in der Band. Die Bandmitglieder sind im Alter von 13 bis 16 Jahren. Aber es gibt auch einige Ausreißer. Wer zum Beispiel eine weiterführende Schule besucht, der hat trotzdem die Möglichkeit, weiterhin in der Band zu spielen.

Die aktuelle Band hat elf Mitglieder, hinzukommen die Schüler der „Exenband“, also die, die nun eine andere Schule besuchen, aber trotzdem weiterhin in der Band aktiv sind. Bei Auftritten sind aber nicht immer alle Schüler und Schülerinnen dabei. Manchmal auch nur kleine Gruppen. „Wir sind eben eine Mehrgenerationenband“, erzählt Reuning. Einmal im Jahr fährt die Band zu einer Probenwoche und zusätzliche Sonderproben gibt es. „Da rockt es dann richtig“, erzählen sie. Eins darf bei den Proben allerdings nicht fehlen: Pizza und Süßigkeiten zur Stärkung. Das hat sich mittlerweile zu einem Ritual entwickelt.

So einige lustige Sachen sind am Probenwochenende schon passiert. Als die Band in Rotenburg war, fand nebenan eine Hochzeit statt. „Die Hochzeitsgesellschaft fragte, ob wir nicht rüberkommen und was spielen wollen. Dann haben wir ein kleines Werkstatt-Konzert gegeben“, erzählt Reuning lachend. (an)

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