Bad Hersfelder Festspiele

Musical Titanic: Erneut eine homogene Ensembleleistung

Aufbruch voll Hoffnung: Das Musical Titanic, das bereits im vergangenen Jahr in der Stiftsruine mit einer großartigen Ensembleleistung und einem eindrucksvollen Bühnenbild begeisterte, wurde wiederaufgenommen und ist noch bis Ende Juli zu sehen. Fotos: Thomas Landsiedel

Bad Hersfeld. Und wieder sinkt das Schiff unter großem Applaus: Das Musical „Titanic“  hat bei den Bad Hersfelder Festspielen am Freitagabend Premiere gefeiert.

Der minutenlange Applaus der Zuschauer machte deutlich: Auch im zweiten Jahr ist die Begeisterung für die Inszenierung von Stefan Huber ungebrochen.

Anders als im Film, der 1997 zum großen Kinoerfolg wurde, thematisiert die Bühnenfassung nicht die Geschichte eines einzelnen Paares. Im Vordergrund stehen verschiedene Einzelschicksale, denen allen eines gemein ist: Sie alle sind voller Hoffnung und Erwartungen – und befinden sich deshalb auf der Jungfernfahrt der Titanic.

Wie vielschichtig das Schiff mitsamt seiner Reisenden ist, zeigt schon allein das Bühnenbild (Timo Dentler und Okarina Peter). Neun Stahltürme und eine hoch über der Bühne schwebende Brücke simulieren die Decks und Klassen des Schiffes - und lassen es durch ihre Variabilität spielend zu, die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf immer wieder andere Stellen zu locken.

Tosender Applaus

Auch der Gigantismus der Titanic wird hier deutlich: Als sich am Ende der Eingangsszene sieben imposante Titanic-Buchstaben auf der Bühne aufbauen, gibt es vom Premierenpublikum tosenden Applaus.

Besonders stark sind die Augenblicke, in denen das 37-köpfige Ensemble als Einheit auf der Bühne steht. Doch neben mitreißenden Ensemblenummern hält das Stück auch immer wieder eher leisere Sololieder und Duette oder pointierte Dialoge parat. So bleibt am Ende das Gefühl, dass man mit einzelnen Personen auf der Titanic gerade wirklich Bekanntschaft geschlossen hat.

Zu ihnen zählt zum Beispiel Schiffsbesitzer Bruce Ismay (neu in diesem Jahr: Ansgar Schäfer), der für positive Schlagzeilen unbedingt früher als geplant New York erreichen möchte. Oder Alice Bean (Kristin Hölck), eine Passagierin der zweiten Klasse, die sich gern unter die High Society mischt. Oder aber Kapitän E. J. Smith (Michael Flöth), der eigentlich bereits in Rente gehen wollte…

Lob für junge Schauspieler

Dass es neben Schäfer in diesem Jahr gleich acht weitere Umbesetzungen gibt, da die alten Ensemblemitglieder aus terminlichen Gründen nicht mehr dabei sein können, merkt man innerhalb der rund zweieinhalb Stunden Spielzeit nicht. Regisseur Huber ist es gelungen, erneut eine homogene Einheit auf die Bühne zu bringen – schon im Vorfeld hatte er vor allem die frisch ausgebildeten neuen Schauspieler gelobt.

Ihren Teil zum auch in diesem Jahr äußerst gelungenen Musiktheater tragen zudem Melissa King, verantwortlich für die Choreografie, und Susanne Hubrich mit ihren Kostümen bei. Farblich unterschiedlich für jede der drei Klassen kommen fast 140 Outfits zum Einsatz.

Sonderapplaus erhielt zudem das große Orchester unter der Leitung von Dirigent Christoph Wohlleben. 2017 wurde dieser - insbesondere für die hochkarätige Umsetzung der Live-Musik im Stück „Titanic“ - mit dem Hersfeld-Preis ausgezeichnet.

Weitere zehn Vorstellungen am 15., 18., 21., 22., 23., 27., 28. und 29. 7.) stehen bis Ende Juli im Programm. Restkarten sind für fast alle Veranstaltungen verfügbar.

Von Kristina Marth

Jubel auch im zweiten Jahr für das Musical "Titanic" bei den Festspielen

Kommentare