Vorstoß zum Mund-Nase-Schutz im Unterricht

Maskenpflicht für alle Schulklassen? Gemischte Reaktionen in Hersfeld-Rotenburg

Adrian Günther macht es vor: Maske tragen in der Schule. Der 11-Jährige geht auf die Gesamtschule Geistal und zieht zur Sicherheit den Mund-Nase-Schutz übers Gesicht.
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Adrian Günther macht es vor: Maske tragen in der Schule. Der 11-Jährige geht auf die Gesamtschule Geistal und zieht zur Sicherheit den Mund-Nase-Schutz übers Gesicht.

Der Vorstoß von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, eine Maskenpflicht auch im Unterricht an allen Schulen einzuführen, sorgt in Hersfeld-Rotenburg für gemischte Reaktionen.

Hersfeld-Rotenburg – Die CDU-Politikerin hatte Mitte der Woche der Rheinischen Post gesagt: „Eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht halte ich in einer Phase hoher Infektionszahlen selbst an Grundschulen ebenfalls für zumutbar, auch wenn das Maskentragen über den Tag natürlich lästig ist.“ Wir haben bei Schulleitern, im Schulamt sowie beim Landkreis, als Träger der 48 Schulen im Kreisgebiet, nachgefragt.

„Eine generelle Maskenpflicht im Unterricht, auch an Grundschulen, ist nur dann gerechtfertigt, wenn das aktuelle Infektionsgeschehen es erfordert. Das heißt: schnell steigende Zahlen im gesamten Landkreis“, sagt Landrat Dr. Michael Koch (CDU). In den vergangenen sieben Tagen meldete das Gesundheitsamt 102 Neuinfektionen im Kreisgebiet. Zeitlich begrenzte, einheitliche Regeln für Schüler sowie Lehrkräfte seien dann geeignet, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen, so Koch. „Unsere Erfahrung ist, dass viele Schülerinnen und Schüler bereit sind, auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Gerade im Grundschulbereich fungieren Lehrkräfte als Vorbilder“, sagt der Landrat.

Schulamt: Abstand halten und Lüften sind genauso wichtig wie die Maske

Die Amtsleiterin des Staatlichen Schulamts in Bebra Anita Hofmann hält die Empfehlung für sinnvoll: „Der Infektionsschutz hat oberste Priorität“. Man dürfe aber keine Ängste schüren und müsse den Kindern auf Augenhöhe erklären, warum das Maskentragen wichtig sei. Die Kinder reagieren laut Hofmann mit großem Verständnis. Dass das Maskentragen langfristig gesundheitliche Folgen mit sich bringe, schließt Hofmann aus.

Wichtig sei, den Unterricht neu zu rhythmisieren und etwa alle 20 Minuten Maskenpausen einzulegen. Abstand halten und Lüften seien aber mindestens genauso wichtig wie das Bedecken von Mund und Nase.

Das sagen die Schulen: Kinder dürfen die Maske noch abnehmen

Die Grundschulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg nehmen die Empfehlung zum Maskentragen im Unterricht zwar zur Kenntnis, solange es aber nicht verpflichtend ist, dürfen die Schüler die Maske abnehmen, sobald sie auf ihren Plätzen sitzen. Das teilen unter anderem die Schulleiter der Grundschule Landeck in Schenklengsfeld, der Tannenberg-Schule in Nentershausen und der Fuldatal-Schule in Ludwigsau auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Manche der Kinder würden die Maske freiwillig auch im Unterricht tragen, so Petra Bock, Schulleiterin der Grundschule an der Sommerseite in Bad Hersfeld. Generell bestünde auch bei den Jüngeren eine hohe Bereitschaft zur Maskenpflicht, berichtet Inis Rabe von der Brüder-Grimm-Schule Bebra. „Ohne Maske wäre es natürlich schöner, aber das ist besser als Schulschließungen.“ (Lea-Sophie Mollus, Kim Hornickel, Sebastian Schaffner)

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