Keine Änderung beim MZV

Müll wird für viele teurer: AZV erhöht ab Januar Gebühren

Der Abfallwirtschafts-Zweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV), der für den Müll in 17 Kreiskommunen zuständig ist, hat die Gebühren erhöht.

Ein Großteil der Haushalte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg muss ab Januar im Schnitt rund 30 Euro mehr jährlich für die Müllabfuhr bezahlen. Der Abfallwirtschafts-Zweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV), der für den Müll in 17 Kreiskommunen zuständig ist, hat die Gebühren erhöht.

Lediglich für Haushalte in Bebra, Ronshausen und Rotenburg ändert sich nichts. Denn dort kümmert sich der zweite Verband im Landkreis, der Müllabhol-Zweckverband Rotenburg (MZV), um den Abfall. Eigentlich hatte auch der MZV vor, die Gebühren für 2020 zu erhöhen – entschied sich jedoch kurzfristig dagegen.

Jörg Goßmann, AZV-Geschäftsführer

Der AZV hatte nach eigenen Angaben aufgrund gestiegener Personal-, Energie- und Kraftstoffkosten keine andere Wahl, als im zweiten Jahr hintereinander an der Gebührenschraube zu drehen. Die jetzt verabschiedete Gebührensatzung gilt für zwei Jahre. „Bis Ende 2021 wird es also keine Erhöhung mehr geben“, sagt Geschäftsführer Jörg Goßmann.

Ein typischer Haushalt im AZV-Gebiet hat laut Goßmann eine 120-Liter-Restmülltonne, die im Schnitt zehnmal jährlich geleert wird, sowie eine 120-Liter-Biotonne, die alle 14 Tage abgefahren wird. Für so einen Durchschnittshaushalt fallen ab Januar insgesamt 190,68 Euro pro Jahr an – bislang waren es 159,90 Euro (plus 19 Prozentpunkte).

Die Kosten für die Papiertonne sind weiterhin in der Restmüll-Grundgebühr enthalten. Auch beim Gelben Sack und Sperrmüll ändert sich für AZV-Kunden nichts.

Der MZV verzichtet komplett auf eine Gebührenerhöhung. „Durch steigende Kosten beim Restmüll und sinkende Papier-Erlöse hätten wir rund 300 000 Euro ausgleichen müssen“, sagt MZV-Verbandsvorsitzender Hartmut Grünewald. Kurz vor der Verbandsversammlung sei jedoch bekannt geworden, „dass wir noch eine Zahlung des AZV in ähnlicher Höhe erwarten, sodass die Gebühren konstant bleiben können“.

Für 2021 rechnet Grünewald jedoch damit, „dass auch wir dann um eine Erhöhung nicht mehr herumkommen werden.“ 

Verbände rechnen für 2019 mit Verlusten

Beide Müllverbände haben ihren Verbandsversammlungen auch die Geschäftszahlen für 2018 vorgestellt. Als oberstes Entscheidungsorgan sind diese Gremien so etwas wie die Parlamente der Verbände. Der AZV hatte im vergangenen Jahr einen Gewinn in Höhe von 300 000 Euro erwirtschaftet, für 2019 rechnet der Müllverband mit einer Million Euro Verlust. Der MZV verzeichnete 2018 ein Minus von 45 000 Euro, für 2019 kalkuliert er laut Vorsitzenden Hartmut Grünewald „mit einem geringen Verlust“. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. ses

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand dpa-Bildfunk

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