Entsorgung kostet künftig Geld

„Der Müll muss weg“: Altpapier stapelt sich in der Bad Hersfelder Innenstadt

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Ärgernis auf dem Linggplatz: Seit Tagen stapelt sich dort der Verpackungsmüll, der bislang kostenlos von der Firma Fehr abgeholt wurde.

Seit Tagen stapeln sich auf dem Linggplatz und in der Breitenstraße in Bad Hersfeld Berge mit Verpackungsmüll. Die Entsorgung ist nun kostenpflichtig.

Ein Ärgernis, nicht nur für die Bürger, sondern auch für die betroffenen Geschäftsleute. Die Entsorgungsfirma Fehr, die Papiermüll, Kartonagen und Verpackungen, bisher dienstags kostenlos abgeholt hat, verlangt dafür seit Anfang des Montags pro Kubikmeter 60 Euro im Monat.

Grund dafür ist der gesunkene Preis für Altpapier, weshalb die bisherige kostenlose Abholung für die Firma nicht mehr wirtschaftlich ist. Das Problem: Offenbar wurden viele Geschäftsleute darüber nicht informiert. „Wir haben von der Firma Fehr nichts Schriftliches erhalten, die können doch nicht einfach von heute auf morgen den Müll hier stehenlassen“, sagt beispielsweise Birgit Meyer-Werner von Meyers Home am Linggplatz. Sie berichtet, dass auch andere Geschäftsleute nicht informiert wurden.

Firma Fehr: Alle Geschäfte wurden informiert

Das stellt Christa Neumeier, Betriebsleiterin bei der Firma Fehr, anders dar. Alle betroffenen Betriebe seien von Mitarbeitern der Firma Fehr aufgesucht und in persönlichen Gesprächen rechtzeitig informiert worden. Allerdings waren offenbar viele Geschäftsleute nicht bereit, für die Abholung künftig Geld zu bezahlen.

„Der Altpapiermarkt ist zurzeit sehr schwierig, für jede Tonne müssen wir drauflegen, deshalb können wir das Altpapier nicht mehr wie bisher umsonst abholen“, wirbt Christa Neumeier um Verständnis. Auch die Stadtverwaltung sei darüber in Kenntnis gesetzt worden. Bisher sei das Altpapier in der Innenstadt vor die Geschäfte gestellt worden, weil den meisten Betrieben der Platz für eine blaue Tonne oder einen Altpapier-Container fehlt, erklärt die Betriebsleiterin. „Wir haben bisher aus Kulanz wegen des Stadtbilds den Verpackungsmüll in der Innenstadt kostenlos abgeholt,“ sagt Neumeier. Dies sei nun aus wirtschaftlichen Gründen leider nicht mehr möglich.

Geschäftsleute können andere Entsorger suchen, aber Müll muss weg

Im Rathaus ist das Problem bekannt. „Zunächst sind die Betriebe dafür verantwortlich, dass ihr Müll sachgerecht entsorgt wird“, erklärt Stadtsprecher Meik Ebert auf Anfrage der Hersfelder Zeitung. Wenn den Geschäftsleuten die Fehr-Preise zu hoch seien, müssten die Geschäfte das Altpapier auf privaten Flächen zwischenlagern, bis sie einen anderen Entsorger gefunden haben. „Aus dem öffentlichen Raum muss der Müll auf jeden Fall entfernt werden“, stellt Ebert klar. Die städtischen Ordnungspolizeibeamten werden auf ihren Kontrollgängen die Geschäftsinhaber darauf ansprechen. Dies könne allerdings eine gewisse Zeit dauern, da nicht nur der Linggplatz betroffen ist.

„Die Verursacher ist über die Empfänger-Etiketten relativ gut zuordnen. Wir werden also die Betriebe darauf hinweisen, dass sie das Altpapier entfernen müssen. Erst wenn dies nicht geschieht, werden wir eventuell als Ersatzvornahme selbst entsorgen und den Verursachern in Rechnung stellen“ erklärt Ebert. Die Stadt könne dafür aber nicht von vornherein Steuergelder aus dem städtischen Haushalt verwenden. (kai)

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