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„Montagsspaziergängerin“ aus Bad Hersfeld wegen Corona-Verstoß zu Bußgeld verdonnert

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Von: Mario Reymond

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Symbolbild der Justizia mit verbundenen Augen
Symbolbild Gericht © Symbolbild: Peter Steffen/dpa - Bildfunk

Eine Bad Hersfelderin ist jetzt am Amtsgericht Bad Hersfeld wegen eines Verstoßes gegen die im Mai 2021 geltenden Corona-Schutzvorschriften zu 300 Euro Bußgeld verurteilt worden.

Bad Hersfeld - Die Frau hatte am Abend des 17. Mai vergangenen Jahres in Bad Hersfeld mit elf weiteren Personen an einem sogenannten Montagsspaziergang teilgenommen. Dabei spazieren und spazierten immer wieder Coronaleugner sowie Kritiker der Corona-Maßnahmen durch deutsche Städte, so auch in Bad Hersfeld.

Zu Beginn ihrer Verhandlung hatte die Frau, die wegen Angststörungen auf Betreuung angewiesen sei, den Richter darauf hingewiesen, dass sie tatsächlich mit einem Freund unterwegs gewesen sei. Wegen des starken Regens an besagtem Abend sei sie mit ihm unter einem Schirm durch die Stadt spaziert. Das sei ja nicht verboten gewesen, was Richter Michael Roth nickend bestätigte. Und zu allen anderen Menschen, die warum auch immer dort gelaufen seien, habe sie den notwendigen Abstand von mindesten 1,50 Metern eingehalten.

So auch zu ihrer Betreuerin, die unter einem anderen Schirm mit dabei war.

Um dies dem Gericht auch glaubhaft zu demonstrieren, hatte die Beschuldigte zwei Schirme und einen Zollstock dabei. Und tatsächlich war der Abstand groß genug. Ihr zum Verhängnis wurde jedoch die Tatsache, dass sie sich nach Einschreiten der Polizei nicht von den „Montagsspaziergängern“ distanzierte, sondern bei dieser Gruppe blieb.

Das wertete das Gericht als Teilnahme an diesem Protest und nicht als einfachen Spaziergang in Begleitung durch den Bad Hersfelder Abendregen.

In ihrer Einlassung zum Verhandlungsstart hatte die Beschuldigte außerdem darum gebeten, ihre Angaben im Wortlaut zu protokollieren, damit es zu keinen falschen Angaben im Urteil komme. Ihr Begleiter unter dem Schirm war nämlich bereits in dieser Angelegenheit verurteilt worden. In dessen Urteil war die Beschuldigte irrtümlich als Partnerin bezeichnet worden. Das wies die Frau jedoch entschieden zurück. „Wir sind lediglich befreundet“, merkte sie an.

Da die Angeklagte bereits wegen ihrer Teilnahme an einem „Klappstuhlfrühstück“ in Bad Hersfeld zu einer Geldbuße verdonnert worden war, fiel nun im aktuellen Fall die Geldbuße ein wenig höher aus. (Mario Reymond)

Lesen Sie auch: Geldstrafe wegen Corona-Verstößen - AfD-Fraktionsvorsitzender muss zahlen

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