Offene Türen im Landwirtschaftszenterum

Modernste Technik fürs Land am Eichhof

Als moderner Forschungs- und Ausbildungsbetrieb präsentierte sich das Landwirtschaftszentrum Eichhof beim Tag der offenen Tür am Pfingstsonntag während des Hessentages.

Auf Rundfahrten im offenen Wagen erfuhren die Besucher von Michael Stein, dem stellvertretenden Direktor des Landesbetriebs und Eichhof-Leiterin Anne Mawick viel über die zahlreichen Arbeitsfelder des Eichhofs. Dort werden nicht nur Nachwuchslandwirte ausgebildet, sondern sowohl Vollzeit- als auch Nebenerwerbsbauern geschult und über die neuesten Entwicklungen informiert.

Warum kommt denn da nichts mehr? Beim Wettmelken für Kinder musste immer mal wieder der Wassertank aufgefüllt werden.

Neue Trends werden auf den Versuchsfeldern, in den Ställen und Labors ausprobiert und erforscht und – wenn sie sich bewähren – an Landwirte weitergegeben. Die Entwicklung neuer Sorten, die zum Beispiel an veränderte Wetter oder Bodenverhältnisse angepasst werden, ist jedoch, so machte Anne Mawick deutlich, eine langwierige Geschichte. Zehn Jahre dauert es im Schnitt, bis eine neue Sorte angebaut werden kann.

Wenn eine neue Idee nicht funktioniert, stellt sich das meistens schneller heraus. Holz als Rohstoff für Biogasanlagen habe sich zum Beispiel nicht bewährt, erklärte Mawick. Und auch der Plan, das mobile Hühnerhaus in die Holzplantage zu stellen, um den Hühnern Schutz vor Greifvögeln zu bieten, sei nach hinten losgegangen. Die Raubvögel hätten einfach auf den Bäumen gesessen und gewartet, bis sich ein Huhn blicken ließ. Die Verluste seien so groß gewesen, dass man von dieser Idee sehr schnell abgekommen sei.

Zurzeit werden am Eichhof unter anderem verschiedene Weidezäune getestet. Dabei geht es nicht nur um den Schutz von Anpflanzungen vor Wildschweinen, sondern auch darum, Wölfe von Tieren abzuhalten. Noch keinen Plan gibt es dagegen, wie man gefräßige Nilgänse von den Versuchsfeldern fernhalten könnte, die sich dort gerne die Bäuche vollschlagen.

Die Besucher sahen moderne Ställe und etwas ältere, die mit relativ einfachen Mitteln erweitert und modernisiert wurden – auch das eine normale Situation für Landwirte, die vor der Großinvestition, einen neuen Stall zu bauen, erst einmal mit den am Eichhof entwickelten Ideen arbeiten können.

Ein ganz wichtiges Thema am Eichhof ist Biogas. Dabei geht es sowohl um den Anbau geeigneter Pflanzen für Biogasanlagen – Mais hat eine hohe Energiedichte, ist aber in Monokulturen problematisch. Deshalb wird getestet, welche Blühpflanzen mit dem Mais zusammen angebaut werden können, um Artenvielfalt zu erhalten.

Ebenfalls intensiv gearbeitet wird an Methoden, die Gasproduktion zu beeinflussen, sodass nur dann Biogas produziert wird, wenn es gebraucht wird. Über die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich informierte Dr. Bernd Krautkremer vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Versorgungstechnik, das ebenfalls am Eichhof seinen Sitz hat.

Neben all den modernen Trends gab es auch ein wenig ländliche Idylle. Bei Führungen durch den duftenden Kräutergarten, zum Beispiel, bei der Ausstellung alter und neuer Traktoren, beim Wettmelken oder Spielen für Kinder oder beim gemütlichen Päuschen mit Kaffee und Kuchen, Würstchen und Bier auf dem schönen Gelände des Schlosses.

Kommentare