Was dahinter steckt

Mobilfunkmast bei Heenes: Erst Baustopp, dann doch grünes Licht

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So sah es noch am Morgen aus: Bei Heenes ist ein Mobilffunkmast aufgestellt worden.

Verwirrung gab es am Donnerstag um einen Antennenbau bei Heenes: Weil keine Baugenehmigung vorlag, hatte die Bauaufsicht zunächst einen Baustopp verfügt - fälschlicherweise.

Bundesweit werden derzeit neue Mobilfunkmasten errichtet, um die Netzabdeckung zu verbessern. 

Verwirrung gab es am Donnerstag um einen Antennenbau nahe des Bad Hersfelder Stadtteils Heenes: Weil keine Baugenehmigung vorlag, hatte die Bauaufsicht der Stadt am Mittwochabend einen Baustopp verfügt. Als am nächsten Morgen Monteure einer Firma aus Neuss trotzdem mit dem Aufbau begannen, war die Aufregung groß.

Sonnig, aber kalt war es im Feld oberhalb des Mühlrains im Bad Hersfelder Stadtteil Heenes, als die Monteure der Neusser Telekommunikationsfirma Ercon am Donnerstagmorgen auf ihren Einsatz warteten. Der Laster der Firma Schwan aus Recklinghausen war zu diesem Zeitpunkt noch eine halbe Stunde vor Bad Hersfeld unterwegs. Er transportierte den Anhänger mit der Anlage für einen Mobilfunkmast. Von einem Baustopp war den Technikern aus Nordrhein-Westfalen nichts bekannt. 

Den aber hatte die städtische Bauaufsicht am Abend zuvor verfügt, nachdem ruchbar geworden war, dass unweit des Heeneser Neubaugebietes im Auftrag von Vodafone eine Antenne errichtet werden sollte. Auch die Politik war flugs tätig geworden: Einem Antrag der SPD im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt, die Anlage nicht zu genehmigen, war das allseitige Einverständnis gefolgt, ein Masten-Kataster anzulegen, um künftigem Wildwuchs der Antennen vorzubeugen. 

25 Meter hoch war der Mast am Nachmittag. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

Denn mit dem neuen 5G-Standard werden auch neue Antennen installiert werden müssen. Deshalb will die Stadt jetzt im Vorhinein wissen, wer wo einen neuen Mast errichten möchte. Dass ein möglichst lückenloses Mobilfunknetz im höheren Interesse liegt, ist auch den Bad Hersfelder Stadtpolitkern bewusst. 

Weil in Heenes augenscheinlich ohne Genehmigung schon gebaggert worden war, wurde der Baustopp von den Ausschussmitgliedern mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Umso verwunderter waren Anwohner, Bauverwaltung und schließlich auch Bürgermeister Thomas Fehling vor Ort, als am Donnerstag trotzdem gebaut wurde. Vom zunächst mündlich verkündeten Verbot wusste auf der Baustelle keiner, Schriftliches sollte erst am Donnerstag in die Post gehen. Das Team vom Mastbau, das in aller Herrgottsfrühe von Neuss ins Nordhessische aufgebrochen war, führte also einfach seinen Auftrag aus. Und das völlig zurecht, wie sich im Laufe des Vormittags herausstellte: Besagter Mast mit einer Antennenhöhe von 25 Metern ist eine mobile Anlage für einen vorübergehenden Einsatz – und damit nicht genehmigungspflichtig. 

Solche Anlagen werden derzeit bundesweit an vielen Orten aufgestellt, um kurzfristig eine bessere Netzabdeckung zu erreichen. Mit 5G haben sie (noch) nichts zu tun, hier wird im LTE-Standard gefunkt. Ohnehin steht der Heeneser Spargel auf Privatgrund. Bis zum Nachmittag war der Mast auf volle Höhe ausgefahren, das Team vom Bau wieder abgerückt. Der Anschluss erfolgt in den nächsten Tagen. Über die Genehmigung einer stationären Anlage ist damit nichts gesagt: Der eingereichte Bauantrag ist noch nicht beschieden. Und nach dem Antrag der SPD wird sich nun auch die Stadtpolitik mit der Thematik befassen. (ks)

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