Der Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid im Test

E-Power auf die Straße bringen

Der Mitsubishi Outlander Plug-In Hybrid im Test der Hersfelder Zeitung
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Ein großes Allrad-SUV für unter 30.000 Euro, das elektrisch fährt - ganz ohne Reichweitenproblem? Das gibt es bei Mitsubishi. Für Sie wurde das Gefährt dem HZ-Test unterzogen.

Mit dem Mitsubishi Outlander PHEV, den das Autohaus Kirschstein zur Verfügung stellte, ging es unter anderem durch den Werra-Meißner-Kreis und den Thüringer Wald.

Nach einer ausgiebigen Erklärung aller technischer Daten und Feinheiten des Fahrzeugs im Bad Hersfelder Autohaus Kirschstein begann die 4-tägige Testfahrt. Der teilelektrifizierte SUV fällt auf den ersten Blick auf, allein durch sein massiges, präsentes Erscheinungsbild. Maße von 1.710x1.800x4.695mm (HöhexBreitexLänge) sprechen für sich.

Besonders die ersten Kilometer auf der Straße beeindruckten, komfortabel und lautlos gleitet der Outlander PHEV über die Straße und lies während der Fahrt keine Wünsche offen, eher überraschte er immer wieder mit seinen Features und Kleinigkeiten. Während des Fahrens fühlt man sich sicher und gut aufgehoben. Der Überblick über den Verkehr ist ständig gegeben und sollte doch einmal etwas passieren, sind die Assistenten zur Stelle. Gerade kurze Wege innerhalb der Stadt lassen sich rein elektrisch fahren, das Gefühl der Leichtigkeit und Geräuschlosigkeit während der Nutzung des E-Antriebs erstaunt einen immer wieder. Wer sich mit dem Umstieg auf ein (Teil-)Elektro-Auto befasst, sollte diesen Mitsubishi auf dem Zettel haben.

Allen Varianten (Basis, Plus und Top) gleich ist der Antrieb, welcher auf die Kombination eines 2,4-Liter-DOHC-Benzinmotors mit 99 kW (135 PS) in Verbindung mit einem E-Frontmotor – 60 kW (82 PS) – sowie einem E-Heckmotor – 70 kW (95 PS) – setzt. Hierdurch blickt der Outlander PHEV auf eine maximale Systemleistung von 165 kW (224 PS). Wesentlich relevanter ist jedoch der Einfluss auf unsere Umwelt. Schließlich möchte man mit der Kombination aus Benzinmotor sowie Elektromotoren die CO2-Emissionen spürbar senken. Der Outlander PHEV bringt es hierbei auf einen kombinierten NEFZ-Verbrauch von 1,8 Liter bei 100 km (Kraftstoff) sowie 14,8 kWh/100 km (Strom); dies führt zu einem CO2-Ausstoß von 40 g/km.

So groß und doch beweglich

Der Outlander PHEV ist trotz seiner Größe erstaunlich gut zu händeln. Selbst im etwas engeren Innenhof konnte der teilelektrifizierte SUV seinen Platz finden, wobei hier weniger das optimierte “Super All Wheel Control”-Allradsystem dazu beigetragen hat, als die Übersicht im Fahrzeug selbst, sowie eine Vielzahl von Sensoren und Assistenzsystemen.

Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall der Platz im Innenraum, welcher sowohl Fahrer, als auch Beifahrer sowie bis zu drei Personen auf der Rückbank zur Verfügung steht. Gerade als Fahrer profitiert man enorm von der erhöhten Sitzposition eines SUV, durch die man stets den Überblick im Straßenverkehr bewahren kann. Die beiden vorderen Plätze verfügen zudem über eine Sitzheizung, welche über entsprechende Taster in der Mittelkonsole in zwei Stufen reguliert werden kann. Der Fahrersitz lässt sich elektrisch einstellen. Außerdem gibt es für den Fahrer noch warme Hände; Dank dem beheizbaren Lenkrad.

Auffällig und nicht unerwähnt sollte das große Display in der Mittelkonsole des Fahrzeugs bleiben. Dieses zeigt die wichtigsten Informationen auf einen Blick an. Beispielsweise kann man sich über den aktuellen Energieverbrauch der Klimaautomatik oder E-Motoren informieren. Auch der “ECO”-Score wird visualisiert und zeigt auf, wie effektiv die eigene Fahrweise ist. Praktisch: Mit dem Smartphone-Link lässt sich das eigene Smartphone via Android Auto (bei iOS Apple Car Play) mit dem Display verbinden. Navigation an gespeicherte Ziele, Kalenderabfragen und die eigene Playlist während der Fahrt hören sind so kein Problem mehr. Vom Premium-Sound-System profitieren dabei alle Insassen des Fahrzeugs, ebenso vom Geräuschkomfort. Denn trotz seiner Größe und dem starken Antrieb ist beim Outlander PHEV im Innenraum kaum etwas von äußeren Geräuschen zu hören.

Bemerkenswert ist hier auch der Kofferraum: Alle Elektro- und Plugin-Hybrid-Autos bringen unter den Rücksitzen und dem Kofferraum-Boden Akku- oder Ladetechnik unter. Ein ebener Ladeboden bei umgeklappten Rücksitzen ist damit normalerweise nicht möglich. Der Outlander bildet die rühmliche Ausnahme: Der Kofferraumboden liegt zwar vergleichsweise hoch, aber die Ladefläche ist bis zu den Vordersitzen eben. So empfiehlt der Mitsubishi sich auch zum Transport von größerer oder sperriger Ladung.

Energierückgewinnung und weitere Features

Wie andere Plug-In-Hybride und Elektroautos ist es auch dem Outlander möglich den eigenen Lithium-Ionen-Akku durch Rekuperation aufzuladen. Die gewonnene Energie beim Bremsvorgang wird im Elektromotor als Generator in die Batterie weitergeleitet, welche sie speichert. Beim Outlander kann man die Stärke der Rekuperation und damit die Intensität der Energierückgewinnung maßgeblich beeinflussen. Möglich wird dies durch die Pedals hinter dem Lenkrad.

Die 360-Grad-Kameraansicht dürfte allein aufgrund der Größe des Fahrzeugs ein absolutes Must-Have sein. Über das Display in der Mittelkonsole bekommt man als Fahrer die komplette Umgebung des Fahrzeugs angezeigt, eine Darstellung des SUV aus der Vogelperspektive ist ebenso möglich, wie die Betrachtung des seitlichen Randsteins, um ein unfallfreies Einparken zu ermöglichen. Beim Ausparken kommt dann der Ausparkassistent zum Einsatz, dieser warnt beim Rückwärtsausparken aus Querparklücken optisch und akustisch vor kreuzenden Fahrzeugen.

Auch interessant: das Auffahrwarnsystem sowie die Fußgängererkennung. Erstgenanntes erkennt Hindernisse vor dem Fahrzeug und aktiviert bei Bedarf selbständig den Bremsvorgang. Dadurch wird bei hohen Geschwindigkeiten der Aufprall deutlich abgeschwächt. Beim Einsatz des Systems unter 40 km/h Geschwindigkeit wird der SUV gar komplett abgebremst. Ähnlich funktioniert die Fußgängererkennung, welche reagiert, wenn ein Fußgänger unvermittelt auf die Fahrbahn läuft. Das System gibt ein Signal ab und führt eine Notbremsung durch, insofern der Fahrer nicht selbst entsprechend schnell reagieren kann.

Persönliches Lieblingsfeature: die adaptive Tempoautomatik. Ist diese aktiviert hält der SUV nicht nur die vorgestellte Geschwindigkeit ein, sondern minimiert durch selbständiges Bremsen und Beschleunigen – in Abhängigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug – die Gefahr eines Auffahrunfalls. Der Sicherheitsabstand zwischen den Fahrzeugen kann hierbei stufenweise durch den Fahrer definiert werden.

Laden: einfach und praktisch

Auch beim Thema Aufladung wartet der Outlander mit einer Besonderheit auf. Nach aktuellem Kenntnisstand sollte der Plug-In-Hybrid von Mitsubishi der einzige PHEV auf dem Markt sein der schnellladefähig ist. Im Alltag bedeutet dies, dass man den SUV an einer haushaltsüblichen Schukosteckdose (230 V/10A) in ca. 5,5 Stunden Laden kann. Alternativ lässt sich der Outlander aber auch durch die Verwendung eines Mode-3-Ladekabels (230V/16A) mit einem Typ-2-Stecker an einer Wallbox/Ladestation in vier Stunden aufladen. Besonders interessant im Alltagsgebrauch, gerade bei längeren Fahrten, ist die Nutzung des CHAdeMO-Anschluss für eine DC-Ladung mit bis zu 50 kW. Durch diese schafft es der Outlander in gerade einmal 25 Minuten die Batterie zu 80% zu laden. Kurz genug, um zwischendurch entsprechend den Akku wieder aufzuladen.

Auf langen Strecken nutz das SUV im normalen Fahrmodus automatisch den optimalen Mix aus Benzin- und Elektromotor. Weitere Fahrmodi geben dem Fahrer Möglichkeiten den Betrieb zu beeinflussen: Bei der „EV-Priority-Funktion“ fährt der SUV so lange wie möglich im rein elektrischen Modus. Mit der „SAVE-Funktion“ ist es möglich die Batterieleistung für spätere Innenstadtfahrten aufzusparen. Die „CHARGE-Funktion” sorgt dafür, dass sich die Batterie während des Fahrbetriebs und beim Bremsen fortwährend auflädt.

Noch mehr Informationen, Eindrücke, Bilder oder direkt eine Probefahrt bekommen sie beim Autohaus Kirschstein in Bad Hersfeld unter der 06621-919310 oder Online auf www.ekauto.de.

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