Mit Sprengstoff über die Grenze

Mutmaßliche Automatensprenger stehen vor Gericht

Justizia hält eine Waage
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Justizia hält eine Waage (Symbolbild)

Seit Dienstag müssen sich drei Ungarn vor dem Landgericht Fulda verantworten, die Geldautomaten in Hofaschenbach, Uttrichshausen und Mansbach gesprengt haben sollen.

Womöglich war es eine Kontrolle, weshalb die Polizei auf die drei Angeklagten aufmerksam wurde. Denn das, was sie im Auto transportiert haben sollen, war verdächtig: ein manipuliertes Schweißgerät, Klebeband, Kabel, eine Zündlunte, ein Druckgasregler, ein Elektroschocker und Sprengstoff. „Es war vorbereitetes Equipment“, wie Staatsanwältin Jessica Maier erklärt.

Die drei Männer im Alter von 40, 42 und 45 Jahren sollen Teil einer ungarischen Bande sein, die zwischen Herbst 2017 und Ende 2019 gemeinschaftlich in Deutschland Automaten gesprengt habe. Von mindestens drei weiteren Verdächtigen ist die Rede. Gegen drei Uhr nachts sollen sie in wechselnder Besetzung zugeschlagen haben.

Der wohl bekannteste Fall, der den Angeklagten zur Last gelegt wird, spielte sich in Uttrichshausen ab: Dort wurde der Geldautomat der VR-Bank am 6. Dezember 2017 gesprengt. Nachdem die Täter das explosive Gemisch in den Automaten eingeleitet hatten, lösten sie mit Hilfe eines elektrischen Fernzünders die Sprengung aus. So sollen die Angeklagten Bargeld in Höhe von 264 260 Euro erbeutet haben. Der Sachschaden belief sich auf rund 45 000 Euro.

Ähnlich hoch war der Schaden bei einer Automatensprengung in Hofaschenbach, die sich nur zwei Monate vorher, im Oktober 2017, ereignet hatte. Trotz Explosion sei es jedoch nicht gelungen, den Tresor zu öffnen. Auch in Hohenroda-Mansbach im Februar 2018 waren die Täter nicht erfolgreich. Trotz „brachialer Gewalt“ sei es laut Staatsanwaltschaft nicht gelungen, an Bargeld zu kommen.

Seit Dezember 2019 sitzen die drei Männer in Untersuchungshaft, nachdem sie mit einem Leihwagen bei Dresden angehalten wurden und 600 Gramm Blitzknallsatz –eine Art Sprengstoff – mit im Gepäck hatten.

Insgesamt sind zehn Verhandlungstage angesetzt. Zur Sache äußern wollen sich zwei der Angeklagten zunächst nicht. Der 45-jährige Beschuldigte möchte sich das noch offen halten. Der Prozess unter Vorsitz von Richter Josef Richter wird am Montag, 12. Oktober, um 9.30 Uhr fortgesetzt. (Daniela Petersen)

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