Aus dem Gerichtssaal

Mit fünf Kilo Stoff im Kofferraum von der Polizei erwischt

Bad Hersfeld- Zu einer Bewährungsstrafe hat das Schöffengericht Bad Hersfeld jetzt einen 26-Jährigen verurteilt, der mit fünf Kilo Marihuana im Kofferraum erwischt worden war.

Die Anklage von Staatsanwalt Patrick Greyer sprach dagegen, doch im Gerichtssaal von Bad Hersfeld hinterließ der 26 Jahre alte Albaner nach Ansicht seines Verteidigers einen „sehr guten Eindruck“. Dieser Meinung war dann offenbar auch das Schöffengericht, das den rückkehrwilligen Angeklagten wegen Beihilfe zum Drogenhandel und des Besitzes von mehr als fünfeinhalb Kilo Marihuana lediglich zu zwei Jahren Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilte.

Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre und acht Monate gefordert. Eine Strafaussetzung zur Bewährung wäre bei dieser Höhe nicht mehr möglich gewesen.

Der Albaner war am 24. Mai vergangenen Jahres auf der Autobahn A5 in der Gemarkung Breitenbach/H. bei einer Polizeikontrolle mit dem Rauschgift im Kofferraum seines Mitsubishi erwischt worden. Angeblich sollte er die Droge von Frankfurt nach Berlin transportieren und dafür 500 Euro erhalten. Dass er nur als Kurier unterwegs war und mit dem Erwerb beziehungsweise dem Verkauf des Marihuanas nichts zu tun hatte, musste ihm mangels weiterer Beweise abgenommen werden.

Insofern war das scheinbar rückhaltlose Geständnis des 26-Jährigen auch nicht mehr als die Bestätigung des Offensichtlichen. Zu Hintermännern und näheren Umständen machte er nämlich keine Angaben.

Ohnehin beschränkte sich die von seinem Rechtsbeistand apostrophierte „Flucht nach vorne“ beziehungsweise das plakative „Hose herunterlassen“ auf diesen einen Anklagepunkt. Dass der Albaner mit einem total gefälschten italienischen Pass auf den Namen „Angelo Zambetta“ in Eisleben eine Meldebestätigung erschlichen, in Halle ein Girokonto eröffnet und in Sangershausen ein Auto zugelassen hatte, dazu machte der Angeklagte keine Angaben. Die Vorwürfe konnten jedoch ohne weitere Erörterung eingestellt werden, weil sie angesichts der Rauschgifttat nicht weiter ins Gewicht gefallen wären.

Motiv für seine Taten seien Schulden in Höhe von rund 20 000 Euro gewesen, ließ sein Anwalt wissen. In seinem Schlusswort entschuldigte sich der Albaner und versicherte, so schnell wie möglich in seine Heimat zurückzukehren und „nie wieder nach Deutschland zu kommen“.

Auch dies würdigte das Schöffengericht, dem am Dienstag erstmals Richterin Silvia Reidt vorsaß, mit seinem Urteil, das die sofortige Aufhebung des Untersuchungshaftbefels ermöglichte.

VON KARL SCHÖNHOLTZ

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