Mit Einkocher und Sieb

Lutz Hoppe nimmt an der Meisterschaft der Hobbybierbrauer teil

Hier entsteht das Bier für die deutsche Meisterschaft: Im Keller braute Lutz Hoppe sein Irish Red Ale.
+
Hier entsteht das Bier für die deutsche Meisterschaft: Im Keller braute Lutz Hoppe sein Irish Red Ale.

Zwei große Kochtöpfe und ein Sieb – alles was Lutz Hoppe für sein Hobby benötigt, findet er in der Küche. Der 47-jährige Hersfelder braut seit 2014 sein eigenes Bier.

Bad Hersfeld – Das Interesse, einmal Bier selbst zu brauen, hatte Hoppe schon während des Studiums. Mit einem ehemaligen Arbeitskollegen aus Stuttgart wagte er dann schließlich das Experiment. Beide bestellten sich Bücher über das Hobbybierbrauen und die nötige Einkochapparatur. „Man bekommt es aber auch mit einem Kochtopf und einem Küchensieb hin. Und auch für den Thermomix gibt es Rezepte“, erklärt Hoppe.

Lutz Hoppe aus Bad Hersfeld.

Das erste selbst gebraute Bier ging sogleich an die Decke – „Weil es viel zu viel Kohlensäure hatte“, erinnert sich der Hersfelder schmunzelnd. Sechs Jahre und zahlreiche Versuche später hat Hoppe den Dreh raus. Rund 50 verschiedene Biere hat er schon gebraut.

Frei nach dem Motto „Probieren geht über studieren“ experimentiert Hoppe mit unterschiedlichesten Rezepten. Die Ideen holt er sich aus seinen Büchern oder aus dem Internet und je nach dem, was er am Ende für ein Bier haben möchte, verändert er unterschiedliche Komponenten. Hierbei spielen vor allem die Art des Bieres – Weizen, Pils oder Helles – aber auch der Alkoholgehalt und die Farbe eine Rolle.

Mit seinem Equipment kann Hoppe bei einem Brauvorgang rund 30 bis 35 Liter Bier brauen. Das in Glasflaschen abgefüllte Getränk verteilt er dann auch an Bekannte. „In meinem Freundeskreis sind die meisten eher Pils-Trinker“, sagt Hoppe. Deren Geschmack trifft er deshalb nicht immer. Mit seinem Braukumpan aus Stuttgart nimmt Hoppe dieses Jahr zum dritten Mal an der Deutschen Meisterschaft der Hobbybierbrauer teil. Von einer Jury aus Brauern, Sommeliers und Bierbotschaftern werden die eingereichten Biere der rund 130 Teilnehmer bewertet. Der Bierstil wird jedes Jahr im Voraus über eine Online-Abstimmung festgelegt. Dieses Jahr handelt es sich um ein Irish Red Ale. Der Wettbewerb läuft in drei Phasen ab: Vorrunde, Zwischenrunde und Endrunde. In die Endrunde hat es der Hersfelder Bierbrauer bisher noch nicht geschafft.

Mückenstürmer Bräu heißt die „Brauerei“ von Lutz Hoppe. Das Irish Red Ale, das er für den Wettbewerb gebraut hat, kam bei seinen Bekannten schon gut an, was die Jury zu seinem Bier sagt, darauf ist auch Hoppe gespannt. Der Hopfen für das Bier stammt aus eigener Ernte – in Blumenkübeln baut Hoppe die Zutat zuhause an. Gebraut wird im Keller oder im Garten.

Der Hobbybierbrauer baut auch seinen eigenen Hopfen an.

Insgesamt acht Wochen dauert der Prozess. Das Brauen an sich dauert zwischen sechs und acht Stunden. Hierbei muss Hoppe die Flüssigkeit per Hand rühren, damit das Malz nicht anbrennt. Die anschließende Hauptgärung dauert etwa zwei Wochen, danach wird das noch nicht fertige Bier in Flaschen gefüllt. Es folgen Nachgärung und Reifung, die nochmals sechs Wochen in Anspruch nehmen. In Zukunft möchte Hoppe seine Biere aber in Fässern lagern, damit er die Flaschen nur noch nach Bedarf abfüllen muss. Dafür fehle aber noch das nötige Equipment.

Durch die intensive Beschäftigung mit verschiedensten Bieren verändere sich auch der persönliche Geschmack, berichtet Hoppe. Von Industriebieren, wie es sie auf der Kirmes meist gibt, hält er mittlerweile Abstand: „Dann melde ich mich gerne freiwillig als Fahrer“, sagt der Hobbybierbrauer. (Laura Hellwig)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare