Weniger Rettungsdiensteinsätze wegen Corona

Rund 90 Notrufe am Tag bei der Leitstelle des Kreises Hersfeld-Rotenburg

Das Foto zeigt Disponent Manuel Kurz an seinem Arbeitsplatz. in der Leitstelle des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in Bad Hersfeld im Landratsamt.
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32 850 Anrufe gingen 2020 bei der zentralen Leitstelle des Landkreises ein: Das Archivbild von August zeigt Disponent Manuel Kurz an seinem Arbeitsplatz.

32 850 Anrufe sind im vergangenen Jahr bei der zentralen Leitstelle des Landkreises Hersfeld-Rotenburg eingegangen, im Schnitt 90 pro Tag. Ein Missbrauch ist eher selten.

Hersfeld-Rotenburg – Im Schnitt 90 Notrufe pro Tag sind im vergangenen Jahr bei der zentralen Leitstelle des Kreises Hersfeld-Rotenburg eingegangen – 32 850 waren es insgesamt.

Diese Anrufe kamen über die in ganz Europa geltende kostenfreie Notrufnummer 112 oder im Falle von sogenannten qualifizierten Krankentransporten über die 0 66 21/19 222. Die 19 222 gilt bundesweit, funktioniert aber nur mit der jeweiligen Vorwahl. Auf solche Transporte mit medizinischer Betreuung sind zum Beispiel Dialysepatienten angewiesen oder auch Patienten mit Keimbefall.

„70 Prozent der Handy-Anrufe übermitteln inzwischen GPS-Daten zur Standortermittlung“, erklärt Thorsten Bloß, Leiter des Fachdiensts Gefahrenabwehr, was eben gerade im Notfall ein echter Vorteil sei. So habe man etwa auch schon Verletzte im Wald gefunden.

„Die Disponenten sind ausgebildet und werden durch das Einsatzleitsystem, in dem die Daten für schnelle Hilfe eingepflegt sind und ständig aktualisiert werden, unterstützt“, erklärt Bloß die möglichst schnelle Hilfe dank digitaler Technik in allen Notfällen. Das System erkenne, welches Fahrzeug bei rettungsdienstlichen Notfällen am schnellsten vor Ort ist und entsprechend georeferenziert, also raumbezogen, kann alarmiert werden. „Das bedeutet, dass der Rettungswagen, der frei und die kürzeste Fahrzeit zum Notfallort hat, vorgeschlagen wird“, verdeutlicht Bloß.

Insgesamt 24 229 Rettungsdiensteinsätze wurden 2020 von der zentralen Leitstelle in Bad Hersfeld disponiert. Das sind über 1000 weniger als 2019. Ein Grund für den Rückgang sei die Corona-Pandemie. So entfielen zeitweise Transporte ins Krankenhaus, weil außer bei Notfällen nicht operiert wurde. Zudem seien aufgrund der eingeschränkten Mobilität weniger Unfälle zu verzeichnen gewesen, heißt es.

Mit 923 Brand- und Hilfeleistungseinsätze, zu denen die Feuerwehren im Kreis 2020 ausgerückt sind, gab es denn auch in diesem Bereich weniger Einsätze. Denn ein Großteil der Feuerwehreinsätze machen ebenfalls Unfälle aus.32 850 Anrufe sind im vergangenen Jahr bei der zentralen Leitstelle des Landkreises Hersfeld-Rotenburg eingegangen, in der rund um die Uhr im Schichtbetrieb die Einsätze von Rettungsdienst und Feuerwehren in allen Notfallsituationen koordiniert werden.

Rein rechnerisch gehen bei der Leitstelle drei bis vier Anrufe pro Stunde ein. Dem gegenüber stehen 24 229 disponierte Einsätze. Diese Differenz hat mehrere Gründe. So gehen laut Thorsten Bloß, Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr, gerade bei Unfällen auf der Autobahn oft mehrere Anrufe zu einem Notfall ein. Regelmäßig komme es darüber hinaus vor, dass der Notruf unbemerkt und wiederholt von Kindern gewählt wird.

„In solchen Fällen versuchen wir, die Eltern auf anderem Wege zu erreichen und weitere Anrufe zu unterbinden“, berichtet Bloß. Ein bewusster Missbrauch des Notrufs komme aber zum Glück selten vor. Absichtliche Falschmeldungen stellen mitunter eine Straftat dar und haben Konsequenzen.

Insgesamt 14 Mitarbeiter sind in der Leitstelle beschäftigt, die nach über 20 Jahren in beengten Verhältnissen unter dem Dach des Landratsamtes im August 2020 in den ehemaligen Kreistagssitzungssaal gezogen ist. Pro Schicht sind in der Regel drei Leute anwesend. Bei besonderen Lagen können es aber auch mehr sein.

Bloß’ Fazit nach dem Umzug fällt positiv aus. „Viele Arbeitsabläufe konnten verbessert werden“, betont er. Zum Einen dank neuer besserer Technik, zum Anderen durch mehr Ruhe und mehr Platz. „Das hat sich Anfang dieses Jahres auch bei den Schnee-Ereignissen gezeigt.“ Den Großteil der 24 229 Einsätze machten im vergangenen Jahr Rettungsdienst-Notfälle aus, nämlich 15 396. 4354 Krankentransporte gab es und 4060 Mal rückten Notarzteinsatzfahrzeuge aus. Hinzu kommen 419 Einsätze „fremder Rettungsmittel“, das sind Fälle, in denen Fahrzeuge und Kräfte aus Nachbarlandkreisen in Hersfeld-Rotenburg eingesetzt werden, etwa wenn diese näher dran sind.

Darunter waren aber auch 94 Einsätze des Rettungshubschraubers bei Notfällen im Landkreis. (Nadine Maaz)

Die zentrale Leitstelle des Landkreises Hersfeld-Rotenburg

Die zentrale Leitstelle des Landkreises ist seit August 2020 im ehemaligen Kreistagssitzungssaal des Landratsamts in Bad Hersfeld untergebracht. Der rund 2,7 Millionen Euro teure Umzug wurde zum Großteil vom Land Hessen sowie von den Krankenkassen und vom Kreis selbst finanziert. Die Leitstelle gilt seitdem als modernste Leitstelle Hessens. In der Leitstelle werden rund um die Uhr die Einsätze von Rettungsdienst und Feuerwehren in allen Notfallsituationen koordiniert.

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