50 Demonstranten am roten Band auf dem Linggplatz

Menschenkette für die Rettung von HKZ und Klinikum in Bad Hersfeld

Kundgebung zum ERhalt der Kliniklandschaft und des HKZ in der Bad Hersfelder Innenstand, Brüder Tim und Bejamin Schneider, Rotes Band
+
Mit einer Menschenkette in der Bad Hersfelder Innenstadt haben am Samstagmittag rund 50 Bürgerinnen und Bürger aus dem ganzen Landkreis für die Rettung von HKZ und Klinikum demonstriert. Dazu aufgerufen hatte die initiative Bürger-Herz der Brüder Benjamin (links) und Tim Schneider (rechts) aus Rotenburg.

Rund 50 Bürger aus dem ganzen Landkreis haben am Samstagmittag auf dem Linggplatz in Bad Hersfeld für die Rettung des HKZ in Rotenburg und des Klinikums Bad Hersfeld demonstriert.

Pünktlich um 12 Uhr steht die Menschenkette aufgereiht an einem roten Band auf dem Linggplatz. Die Glocken der Stadtkirche läuten und rund 50 Menschen aus allen Teilen des Kreises klatschen in die Hände. Unter dem Motto „Wir stehen zusammen“ demonstrieren sie für die Rettung von HKZ und Klinikum.

„Wir haben erkannt, dass das Problem der Kliniken im Kreis nur gemeinsam gelöst werden kann“, hatte Organisator Tim Schneider aus Rotenburg zu Beginn der Kundgebung den Teilnehmer zugerufen. Die finanzielle Schieflage beider Kreisklinken sei enorm. „Wir finden es nicht richtig, dass Rotenburg jetzt zur Sanierungsmasse werden soll“, kritisierte Tim Schneider, der gemeinsam mit seinem Bruder Benjamin die Initiative „Bürger-Herz“ für den Erhalt des HKZ in Rotenburg ins Leben gerufen hatte.

Bürger aus allen Kreisteilen

Anders als bei der Protestkundgebung in Rotenburg, an der am 8. September rund 2000 Menschen teilgenommen hatten, wurde diesmal bewusst nicht öffentlich mobilisiert, um die Veranstaltung - auch wegen der Coronaauflagen - besser kontrollieren zu können, hatte Tim Schneider im Vorfeld erklärt. 

Statt dessen wurden diesmal gezielt Bürgerinnen und Bürger aus dem ganzen Kreis eingeladen, am roten Band zu demonstrieren: Breitenbach am Herzberg, Hauneck, Heringen, Schenklengsfeld, Cornberg, Nentershausen, aber auch Sontra und Knüllwald steht auf Plakaten, die die knapp 50 Teilnehmer um den Hals tragen.

„Wir müssen das HKZ um jeden Preis erhalten, eine Verlegung nach Hersfeld zerreißt über Jahre gewachsene Strukturen“, sagt beispielsweise Tina Reinmöller aus Breitenbach/H., die seit 20 Jahren im HKZ arbeitet und dem Betriebsrat angehört. Auch Manfred Wenk, Kommunalpolitiker der GfH aus Heringen, hält es für „wichtig, sich für den Erhalt des HKZ einzusetzen“. Alles in Bad Hersfeld zu zentralisieren, mache keinen Sinn. „Außerdem bin ich mit der Informationspolitik des Landrats nicht einverstanden“, sagt Wenk. 

Seite an Seite: Tim Vielkind aus Bad Hersfeld und Gerhard Ankenbauer aus Rotenburger standen nebeneinander am roten Bad in der Bad Hersfelder Innenstadt. Fotos: Kai A. struthoff

Gerhard Ankenbauer aus Rotenburg mutmaßt sogar, die „Verlegung des HKZ nach Hersfeld ist von langer Hand geplant“. Deshalb seien auch die Zimmer und die Außenanlagen in Rotenburg in einem schlechten Zustand. „Rotenburg wird faktisch enteignet“, behauptet Ankenbauer, der unter anderem fürchtet, dass auch die Immobilien in der Stadt an Wert verlieren werden. Neben Ankenbauer protestiert Tim Vielkind aus Bad Hersfeld, der vor 25 Jahren seine Ausbildung im HKZ absolviert hat und dem Haus „noch immer verbunden ist“.

FDP will ein Zeichen setzen

FDP will ein Zeichen setzen: Deshalb beteiligten sich die Liberalen Bernd Böhle und Christian Anschütz an der Aktion.

Als einziger Kreistagsabgeordneter hat sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernd Böhle mit seinem Parteifreund Christian Anschütz bei der Kundgebung eingefunden. „Ich finde es gut, dass jetzt der Kreis als Ganzes gesehen wird“. Deshalb wolle er ein Zeichen setzen. Er finde die Aktion und die neuen Transparente sehr gelungen.

Nach einer halben Stunde werden die Plakate eingerollt und die Menschenkette löst sich auf. „Wir haben das gut hingekriegt“, zeigen sich Benjamin und Tim Schneider zufrieden mit der Aktion, lassen aber keinen Zweifel daran, dass der Protest weitergehen wird. Die jüngsten Gespräche zwischen Klinikum und Kreiskrankenhaus über eine kardiologische Notfallversorgung werten sie als „interessant, aber das löst nicht das Problem der Kliniken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare