Warnungen vor Sturmböen

Stürmischer Rosenmontag: Bäume und Kleidercontainer in Hersfeld-Rotenburg umgefallen - Wälder nicht betreten

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An diesem Haus in Kirchheim fielen Dachziegeln herunter. 

Bereits am Vormittag des Rosenmontags sind im Landkreis an mehreren Orten Bäume auf Straßen gefallen. Der Waldbesitzerverband warnt vor betreten des Waldes.

Aktualisiert um 15.20 Uhr. Ein Trampolin wurde laut Pressesprecher Manfred Knoch in der Gilfershäuser Straße in Bebra durch die Luft gewirbelt und prallte gegen ein Auto. Zwei Altkleider-Container stürzten auf einem Parkplatz an der Mündershäuser Straße in Rotenburg auf geparkte Autos. Zur Schadenshöhe konnte die Polizei in beiden Fällen noch keine Angaben machen.

Zwei Altkleider-Container sind auf der Hochmale auf dem Parkplatz eines Supermarktes auf geparkte Autos gefallen.

Die Straße zwischen Kirchheim-Willingshain und Neuenstein-Raboldshausen war am Mittag wegen gleich mehrere umgestürzter Bäume gesperrt. Ebenso gesperrt war gegen Mittag die Landesstraße zwischen Nentershausen und Bauhaus, weil eine große Tanne umzukippen drohte. Hessenforst fällte den Baum. In Kirchheim fielen Ziegeln von mehreren Häusern. 

Dieser Baum ist in Mecklar umgefallen. 

Für Hersfeld-Rotenburg gibt es für den heutigen Tag Unwetterwarnungen. Es werden Schauer und Gewitter bei schweren Sturmböen erwartet. Die Windgeschwindigkeiten sollen bis zu 100 km/h betragen. 

Wälder in den kommenden Tagen meiden - Lebensgefahr

Der Hessische Waldbesitzerverband warnt die Bevölkerung davor, heute und in den kommenden Tagen den Wald zu betreten. Durch die orkanartigen Böen könnten zahlreiche Bäume entwurzelt werden sowie in den Baumkronen Äste abbrechen, die dann zu Boden stürzen. "Nach dem schweren Sturm am 18. Januar 2018 konnten sich wegen der dann folgenden Dürre während der Vegetationszeit bei vielen Bäume die Wurzeln nicht regenerieren", sagt Christian Raupach vom Waldbesitzerverband.

Die Bäume seien daher jetzt weniger standsicher und durch Sturmböen besonders gefährdet. Auch in den nächsten Tagen ist es im Wald gefährlich, betont Raupach. Denn die Bäume würden beim Sturm oft nur angeschoben, aber erst in den folgenden Tagen umfallen. Dasselbe gilt für tote Äste, die abbrechen, aber in den Baumkronen hängen bleiben. "Sie können jederzeit herabstürzen und schwerste Verletzungen verursachen", warnt Raupach. In den nächsten Tagen werden die Waldarbeiter und Förster aufräumen und Wege von umgestürzten Bäumen freischneiden. Das Betreten von Waldflächen, auf denen Holz gefällt wird, ist streng verboten. Auf Wegen, die mit Flatterband abgesperrt sind, darf weder gelaufen noch mit dem Fahrrad gefahren werden.

Sturm und Regen: Wasserfest am Rosenmontag 

In Hessen müssen sich die Narren zum Höhepunkt des Straßenkarnevals auf Wind und Regen einstellen. Am am Rosenmontag lasse sich die Sonne nicht blicken, stattdessen sei es meist stark bewölkt, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Außerdem sei mit Schauern oder länger anhaltendem Regen zu rechnen. Zudem sollten die Karnevalisten ihre Kopfbedeckungen und Perücken gut befestigen, da es vor allem am Montag zu starkem Wind mit Sturmböen kommen kann. Die Höchsttemperaturen liegen an beiden Tagen bei bis 14 Grad.

Große Karnevalszüge in Gefahr? 

Unter stürmischen Vorzeichen sind in den Karnevalshochburgen am Rhein die letzten Vorbereitungen für die Rosenmontagszüge gelaufen. Auch den kleinen Karnevalszügen machte das Wetter zu schaffen. In Bottrop im Ruhrgebiet wurde der Umzug abgesagt. Auch in Fulda haben sich die verantwortlichen aus Sicherheitsgründen kurzfristig für eine Absage des Rosenmontags-Umzuges entschieden.

Das Festkomitee Kölner Karneval entschied am Montagmorgen, dass alle großen Motivwagen mitfahren sollen. Bereits am Wochenende hatten die Kölner allerdings entschieden, diesmal auf tragbare Großfiguren, Fahnen, Schilder, Pferde und Kutschen im Zug zu verzichten. Der Kölner Rosenmontagszug ist der größte in Deutschland.

In Düsseldorf sollte der Rosenmontagszug später beginnen - um 13.30 Uhr statt wie ursprünglich geplant um 11.50 Uhr. In der NRW-Landeshauptstadt kann der Zug nur bis Windstärke 7 stattfinden. Bei Windstärke 8 - offiziell "stürmischer Wind" - brechen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Zweige ab, und das Gehen im Freien ist erheblich erschwert. Die Wetterexperten rechneten erst für den Nachmittag mit einer spürbaren Beruhigung der Lage.

Wie in Düsseldorf beginnt auch der Rosenmontagsumzug in Koblenz wegen Sturmgefahr verspätet. Statt um 12.11 Uhr werde der Zug erst um 14.11 Uhr starten, sagte der Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK), Christian Johann, am Morgen.

Die Veranstalter hoffen, dass sich die Wetterlage bis dahin beruhigt hat. Zudem wurde die Koblenzer Strecke um einen Kilometer verkürzt. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Wagen vor Einbruch der Dunkelheit zurückkommen. In Mainz sollte es aus Sicherheitsgründen Einschränkungen geben. Der dortige Rosenmontagszug sollte ohne Pferde auskommen.

Enttäuschung in Bottrop: "Das ist natürlich für die vielen Engagierten schwer zu verdauen, die Herzblut und Engagement in die Jubiläumsdarstellung, aber auch in die sonstigen guten Ideen aller Karnevalsgruppen für den Rosenmontagszug gesteckt haben", sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler. Die Gefahr durch den Sturm sei aber zu groß.

In Duisburg startet der Zug zwei Stunden später um 15.11 Uhr, in Ratingen bei Düsseldorf wurde der Zug um fünf Stunden verschoben und beginnt nun erst um 15.11 Uhr, Aachen wollte eine Stunde später um 12.11 Uhr starten, Münster verschiebt um zwei Stunden auf 14.11 Uhr. Überall haben die Veranstalter aber bis zuletzt die aktuellen Wetterprognosen im Blick, um zu entscheiden, ob der Zug womöglich sogar ganz abgesagt werden muss.

In der Nacht zum Montag hatte der starke Wind in Düsseldorf und Köln Äste von Bäumen abbrechen lassen, Mülltonnen und Baustellenschilder wurden umgeweht. Die Feuerwehr Düsseldorf berichtete von zahlreichen Einsätzen. Bei der Bahn gab es vorübergehend Streckensperrungen im NRW-Regionalverkehr - vor allem wegen umgestürzter Bäume, wie die Bahn am Morgen mitteilte. Auf der Autobahn 4 bei Kerpen stürzte gegen 05.10 Uhr ein Baum auf die Strecke. Zwei Lastwagen und zwei Autos wurden stark beschädigt, es gab aber keine Verletzten. (mit dpa)

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