Mehr Erwerbstätige, weniger Arbeitsstunden

Pro-Kopf-Arbeitszeit in Waldhessen seit 2000 um 83 Stunden gesunken

Hersfeld-Rotenburg. Erwerbstätige im Landkreis Hersfeld-Rotenburg arbeiten im Schnitt jährlich 83 Stunden weniger als noch im Jahr 2000.

Das geht aus einer Statistik des Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder für das Jahr 2016 hervor, die das Statistische Landesamt veröffentlicht hat.

Insgesamt kommen die Erwerbstätigen in Waldhessen pro Jahr auf 1357 Arbeitsstunden. Damit nimmt die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden in Waldhessen weiter ab. Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Arbeitszeit noch durchschnittlich bei 1440 Stunden. Das entspricht einem Rückgang um 83 Stunden (5,8 Prozent), umgerechnet also mehr als zwei Vollzeit-Arbeitswochen.

Bemerkenswert: Im selben Zeitraum, von 2000 bis 2016, stieg die Gesamtzahl der Erwerbstätigen im Kreis gleichzeitig von 60 400 auf 63 000 (plus 4,2 Prozent) an. Alles in allem bringen es die Erwerbstätigen in Hersfeld-Rotenburg auf 85,5 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr. Zur Jahrtausendwende waren es noch 87 Millionen Stunden.

Das Statistische Landesamt erklärt sich die Diskrepanz – mehr Erwerbstätige, weniger Arbeitszeit – vor allem durch die Zunahme von Teilzeitarbeit. Luzia Kremser, Sprecherin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, bestätigt diese Annahme auf Anfrage unserer Zeitung: „Immer mehr Menschen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg arbeiten in Teilzeit, vor allem Frauen.“

Kreisweit waren laut Arbeitsagentur im Juni 2017 – neuere Zahlen gibt es noch nicht – mehr als die Hälfte aller sozialversicherungsbeschäftigten Frauen in Teilzeit beschäftigt. Bei den Männern waren es lediglich rund acht Prozent.

Besonders beliebt ist Teilzeit demnach vor allem in Logistikunternehmen, in medizinischen Gesundheitsberufen, in der Reinigungsbranche, in der Erziehung und im Verkauf.

Hintergrund: Werra-Meißner-Kreis ist Schlusslicht

Mehr Erwerbstätige, weniger Arbeitsstunden – damit liegt Waldhessen regional im Trend. Der Landkreis-Überblick (in Klammern: Werte von 2000): • Hersfeld-Rotenburg: 63 000 Erwerbstätige (+ 4,2 %), 1357 Stunden pro Kopf (- 5,8 %) • Schwalm-Eder-Kreis: 77 200 Erwerbstätige (+ 2,3 %), 1357 Stunden pro Jahr (- 6,7 %) • Werra-Meißner-Kreis: 42 200 Erwerbstätige (- 13,2 %) – damit Schlusslicht in Hessen, 1320 Stunden pro Jahr (- 8,7 %) • Landkreis Fulda: 128 500 Erwerbstätige (+15,6 %), 1352 Stunden pro Kopf (- 5,6 %) • Waldeck-Frankenberg: 85 600 Erwerbstätige (+ 4,1 %), 1358 Stunden pro Kopf (- 6,3 %) • Landkreis Kassel: 97 100 Erwerbstätige (+ 3,4 %), 1342 Stunden pro Jahr (-4,6 %) • Stadt Kassel: 151 600 Erwerbstätige (+ 10 %), 1323 Stunden pro Jahr (- 6,6 %)

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