Corona-Infektionen vermeiden – NVV spricht mit Firmen

Mehr Schulbusse zu Stoßzeiten auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg gewünscht

Schüler mit Mundnasenschutz drängeln sich in einen Schulbus.
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Eltern haben Angst wegen der Infektionsgefahr: In Schulbussen, wie hier in Wolfhagen, können keine Abstände eingehalten werden.

Um Corona-Infektionen zu vermeiden, sollen auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg mehr Schulbusse eingesetzt und der Schulbeginn gestaffelt werden. So einfach ist das aber nicht.

Hersfeld-Rotenburg – Zwar haben volle Schulbusse im Kreis Hersfeld-Rotenburg noch nicht zu größeren Elternprotesten geführt, doch wird das Problem, Abstände einzuhalten, um Corona-Infektionen zu vermeiden, landesweit diskutiert. Nach Angaben des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) wollen nordhessische Landräte und Vertreter des Landes Hessen nun gemeinsam und zügig praktikable Lösungen finden.

Dazu habe der NVV Kontakt mit Busunternehmen aufgenommen, um weitere Fahrzeuge für die Stoßzeiten im Schülerverkehr zu organisieren. Deren Einsatz für die Personenbeförderung im Öffentlichen Nahverkehr unterliege aber besonderen gesetzlichen Bedingungen und die Kapazitäten seien endlich.

„Der Dialog mit den Reisebusunternehmen in Nordhessen hat ergeben, dass die schnelle Umnutzung von Reisebussen weiteren Klärungsbedarf beinhaltet. Nichtsdestotrotz prüft der NVV auch in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Hessischer Busunternehmer derzeit, ob und wo Reisebusse zu Verfügung stehen, die für den Einsatz im Schulbusverkehr geeignet sind“, heißt es in einer Pressemitteilung. Trotzdem appelliert der NVV an alle Beteiligten – insbesondere aus dem schulischen Bereich –, alle Lösungsoptionen für eine Verbesserung der Situation zu prüfen: „Dazu gehören die Optimierung des Unterrichtsbetriebs wie unter anderem flexiblere Zeiten oder ein zeitlich versetzter Schulbeginn und Schulschluss. So kann das Fahrplanangebot bestmöglich angepasst werden, um auch im Rahmen des Infektionsschutzes eine gute Verteilung der Fahrgastzahlen über den ganzen Tag zu erreichen.“

Der NVV empfiehlt, das gesamte Fahrplanangebot mit allen An- und Abfahrten zu nutzen. Viele Schüler würden sich in den ersten Wochen nach den Ferien erst noch orientieren, um das für sie passende Fahrplanangebot zu finden. Daher geht der NVV davon aus, dass sich nach dieser Eingewöhnungsphase die Situation abmildert.

Nur einige Anfragen von besorgten Eltern seien bislang beim Landkreis eingegangen, erklärt Sprecher Pelle Faust. Er erinnert zudem an die Maskenpflicht in Bussen und an Haltestellen. Auch Kreiselternbeiratsvorsitzender Arno Hagedorn aus Breitenbach/H. bestätigt, dass Elternproteste über volle Busse ausgeblieben sind.

Die CDU-Kreistagsfraktion und der CDU-Kreisverband wollen sich mit einem Eilantrag in der nächsten Kreistagssitzung für mehr Busse und einen gestaffelten Schulbeginn einsetzen. (jpa/sis/nm)

Infektionsschutz in Bussen

Für den Infektionsschutz in Bussen sei in den vergangenen Monaten einiges getan worden, sagt der NVV: Fahrer sollen an den Haltestellen alle Türen öffnen, um eine Stausituation im Eingang zu vermeiden und eine gute Durchlüftung zu erzielen. Auf die Maskenpflicht werde mit Plakaten und Lautsprecheransagen hingewiesen. In fast allen Bussen gebe es Schutzscheiben für den Fahrer, sodass zunächst gesperrte Sitze hinter dem Fahrer wieder freigegeben werden konnten.

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