Bieter besichtigen Ferienstätte des Landkreises

Meeschendorf: Erhalt der Erholungsstätte ist unwahrscheinlich

+
Der Blick vom Strand auf die Erholungsstätte Meeschendorf auf Fehmarn. 

Hersfeld-Rotenburg/Fehmarn. Zum Wochenstart haben die ersten Bieter die kreiseigene Erholungsstätte Meeschendorf auf Fehmarn besichtigt.

Die Anlage soll verkauft werden, Start für das Bieterverfahren ist der 30. April. Nach ersten Informationen unserer Zeitung scheint ein Erhalt der derzeitigen Ferienstätte unwahrscheinlich.

„Es gibt ein großes Interesse an dem Grundstück“, sagte Natalie Koch, Justiziarin des Landkreises, vor Ort. Allerdings nur an dem Grundstück. „Für einen Großteil der Bieter ist der Standort ausschlaggebend“, so Koch, die mit Frank Bartholomäus, stellvertretender Geschäftsführer der Eigenbetriebe des Kreises, die Mehrheit der Kaufinteressenten am Montag und Dienstag über das Gelände führte. Laut Koch gibt es etwa 15 Interessenten, einige kennen die Ferienstätte bereits. Ausschlaggebend sei der Kaufpreis: „Auftrag der Verwaltung ist es, das Grundstück auf den Markt zu bringen“, sagte Koch. Der Kreistag hatte im Februar für den Verkauf der Ferienstätte gestimmt – sofern der Preis stimmt.

Zu den Interessenten gehören auch der Ludwigsauer Diplom-Immobilienwirt Martin Grebe und sein Berater Thomas Lohr. Ihr Ansatz ist es, die derzeitige Erholungsstätte zu erhalten und zu modernisieren. „Ich bin davon überzeugt, dass Meeschendorf wieder rentabel gemacht werden kann“, so Grebe, der sich gemeinsam mit Lohr für die Besichtigung in der Ferienstätte eingemietet hatte. „Unser Eindruck nach Gesprächen mit Politikern vor Ort ist, dass Fehmarn keinerlei Absicht hat, eine weitere bauliche Verdichtung zuzulassen“, so Grebe. Riesige Hotels auf dem Gelände seien unrealistisch.

Seine Recherchen über die Preise vor Ort hätten einen Schnitt von 100 Euro pro Quadratmeter ergeben. Der Wert der über einen Hektar großen Ferienstätte läge damit bei rund einer Million Euro – allerdings sei die Bebauung durch Vorgaben stark eingeschränkt. 

Martin Grebe aus Ludwigsau will mitbieten

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg will seine Erholungsstätte Meeschendorf auf Fehmarn verkaufen – und es wirkt nicht so, als würde die auf dem Grundstück stehende Freizeitanlage nach diesem Verkauf noch lange stehen. Ausschlaggebend für die Interessenten sei der Standort der Anlage am südöstlichen Strand der Ferieninsel und nicht der Altbestand, so das Fazit des Kreises nach ersten Besichtigungen vor Ort. „Es müsste viel investiert werden, der Erhalt des Status Quo reicht für die heutigen Bedürfnisse nicht aus“, so die Justiziarin des Landkreises, Natalie Koch. Allein um die Gebäude auf Fehmarn in ihrer Grundstruktur zu sanieren sind laut Landkreis rund drei Millionen Euro nötig – Geld, das der Kreistag lieber in den Erhalt seiner Schulen investieren möchte. 

Einen anderen Ansatz verfolgen Martin Grebe, Diplom-Immobilienwirt und früherer Bürgermeister-Kandidat aus Ludwigsau, und sein Berater Thomas Lohr: Sie wollen die Ferienstätte erwerben, modernisieren und rentabel machen. „Mit vielen Kleinigkeiten kann man schon den ganzen Look der Anlage ändern“, sagte Grebe, der mit seinem Berater drei Tage rund um den Besichtigungstermin in der Erholungsstätte auf Fehmarn verbrachte. Allerdings müsse zwingend ein neuer Pächter für die Anlage gefunden werden – oder ein neuer Vertrag mit dem Schülerfreizeitzentrum Ilmenau aufgesetzt werden. Vom Umsatz aus Meeschendorf im Jahr 2016 – rund 411 000 Euro – verblieben lediglich 46 500 Euro als Pacht beim Kreis. 

Martin Grebe (links) und Thomas Lohr.

Grebe und Lohr haben zwei Konzepte für den Erwerb vorbereitet. Das erste ist simpel: den höchsten Kaufpreis bieten, für den Kreis ist es das entscheidende Kriterium. Ein alternativer Plan aus Ludwigsau sieht einen niedrigeren Kaufpreis vor, dafür aber Sonderrechte für den Landkreis bei der Zimmerbelegung. „Ich werde im Juni zum zwölften Mal in Folge hier Urlaub machen“, so Lohr. Er hat im sozialen Netzwerk Facebook eine Seite zur „Rettung“ von Meeschendorf ins Leben gerufen hat, die fast 1000 Menschen abonniert haben. (cig)

Kommentare