42-Jähriger verfolgt seinen Vater

Massives Stalking und Drohungen: Sohn soll in Psychiatrie

Fulda. Um die dauerhafte Unterbringung eines 42-jährigen Hersfelders in der Psychiatrie geht es in einem Sicherungsverfahren vor der 1. Großen Strafkammer des Fuldaer Landgerichts.

Dem Mann werden gefährliche Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Da der Beschuldigte seit etwa 20 Jahren an einer paranoiden Schizophrenie leidet, können eine verminderte Schuldfähigkeit oder eine Schuldunfähigkeit nicht ausgeschlossen werden. Das Sicherungsverfahren dient nicht der Bestrafung, sondern dem Schutz der Öffentlichkeit.

Die Vorwürfe von Staatsanwältin Gerbig ergaben deshalb auch keine Anklage, sondern sie stehen in einer Antragsschrift zur Unterbringung.

Mit dem Tode bedroht

Konkret geht es um massives Stalking des Hersfelders gegen seinen Vater und dessen Ehefrau, die nicht die Mutter ist. Am frühen Morgen des 19. November vergangenen Jahres soll der Sohn die beiden mit dem Tode bedroht, mehrere größere Drainagesteine gegen die Fassade ihres Wohnhauses sowie in Richtung von Vater und Frau geworfen und anschließend deren Pkw erheblich beschädigt haben.

Die Annäherung an das Haus des Vaters war dem Sohn wegen zahlreicher vorausgegangener Vorfälle bereits durch das Amtsgericht untersagt worden. Die Vorgeschichte des Konflikts reicht nach Angaben des Vaters schon fast 15 Jahre zurück.

Mitbewohner verletzt

Wenige Tage zuvor war der gelernte Industriemechaniker, der vom Rotenburger Rechtsanwalt Christian Kusche verteidigt wird, in der örtlichen Obdachlosenunterkunft, wo er seinerzeit lebte, gegen einen Mitbewohner handgreiflich geworden und hatte diesen verletzt.

Für den Prozess, bei dem am Donnerstag lediglich die Antragsschrift verlesen wurde, sind insgesamt vier Verhandlungstage terminiert. Es sind zahlreiche Zeugen und ein Sachverständiger geladen.

Von Karl Schönholtz

Rubriklistenbild: © Fotolis

Kommentare