Bad Hersfelder Festspiele

Markus Schneider in "Hair": Ein Spielkind als Hippie

Spielt zum ersten Mal in der Stiftsruine: Markus Schneider ist Woof im Hippie-Musical „Hair“. Für das HZ-Foto testet er schon mal die Bühne. Foto: Kai A. Struthoff

Markus Schneider ist der neue Woof im Musical "Hair" bei den Bad Hersfelder Festspielen.

Die Hippies haben einen besonderen Platz in seinem Herzen: Das Musical „Hair“ war die erste Musical-Produktion, in der Markus Schneider nach der Ausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen gespielt hat. „Ein umwälzendes Erlebnis“. Und es ließ ihn nicht los: Als Landei Claude und Hippie-Boss Berger wirbelte er danach in Kassel, Mannheim, Bonn und Darmstadt über die Bühne. In Bad Hersfeld spielt er nun als Woof erstmals in der Stiftsruine.

„Ich wäre damals gern dabei gewesen“, sagt der 1980 geborene Scheider über die Hippie-Zeit und das legendäre Woodstock-Konzert, über das er gerade erst wieder eine Doku im Fernsehen gesehen hat. Auch „Easy Rider“ hat er zur Vorbereitung auf seine Hippie-Rollen gesehen. Seinen Charakter Woof beschreibt er als „sehr verplanten, androgynen Typ, der nichts anbrennen lässt und immer im Drogennebel unterwegs ist“, erzählt er über seine Rolle, die mit ihm neu-besetzt wurde.

Nimm mich in den Arm

Weil er viele Kollegen von früheren Rollen kennt, fällt es ihm nicht schwer, ins Ensemble hineinzufinden. „Alle gehen sehr offen aufeinander zu, nimm mich in den Arm, küss mich, wenn Du willst, alles okay,“ erzählt er lächelnd über die Proben mit den Kollegen. Love and Peace eben.

Im wirklichen Leben wohnt der gebürtige Bayer mit seiner Freundin, die auch Musical-Darstellerin ist, in Kassel. Die zentrale Lage der Stadt, Freunde und Schauspiel-Engagements haben zur Wohnortwahl geführt. Aber eigentlich ist Markus Schneider immer auf Achse. „Die ersten zwei Jahre als Musical-Darsteller waren für mich wie ein Abenteuerlauf“ – ein erfolgreicher allerdings. Er spielte in Düsseldorf, Bochum, Dortmund, Koblenz. Worms, Mannheim, Bonn – und sogar in New York. Vom Henry Higgins in „My Fair Lady“ über Magaldi in „Evita“ bis Action in der„West-Side-Story“ war alles dabei. Deshalb muss Markus Schneider wohl auch eine Weile überlegen bei der Frage nach einer Traumrolle. „Den Tony in West-Side-Story würde ich gern spielen“, sagt er. Aber zunächst geht es von Bad Hersfeld weiter nach Darmstadt. Dort spielt er „Catch me, if you can“ – auch eine Gil Mehmert-Produktion.

Im Keller nicht getanzt

Dabei war ihm das Musical eigentlich nicht in die Wiege gelegt worden. „Mit meinem Bruder habe ich zwar im heimischen Keller Musik gemacht, aber nicht getanzt.“ Stattdessen begann er ein Lehramtsstudium für Englisch und Sport. Über einen Musical-Workshop kam es zur Bewerbung an der Folkwang-Schule. „Vorher habe ich ein paar Ballettstunden belegt – das war schon etwas seltsam damals in Bayern“, erzählt er schmunzelnd.

Aber es hat sich gelohnt. Im ersten Anlauf schaffte er die Aufnahme an der renommierten Schauspielschule. Das körperlich anspruchsvolle Musicalfach liegt ihm besonders: Schauspiel, Tanz, Musik – und das kann er auf der Bühne ausleben.

„Ich war schon immer ein Spielkind“, sagt Markus Schneider. Deshalb hat er auch keine Angst vorm Älter-Werden: „Ich habe ein Babyface und wenn ich mich rasiere, wirke ich jünger“

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