Die Natur im Fokus

Marko König fotografiert Tiere auf der ganzen Welt

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Eisbär im Sprung: Dieses Bild gelang Marko König in Spitzbergen. 

Asbach. Marko König ist leidenschaftlicher und, wie er selbst sagt, semiprofessioneller Natur- und Tierfotograf.

Stundenlang sitzt der Asbacher oft da, nur um auf den richtigen Moment zu warten und „abzudrücken“. 

Ob Eisbären in Spitzbergen. Tiger in Indien, Braunbären in Finnland oder heimische Vogelarten: Der 44-Jährige lichtet Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum ab. „Mein Ziel ist es, die Schönheit der Natur festzuhalten und die Einzigartigkeit und Besonderheiten der Lebewesen anderen über Bilder näher zu bringen“, sagt er und: „Ich möchte Dinge sichtbar machen, die man sonst nicht sieht.“

Besonders angetan haben es König Fledermäuse. „Das ist ein unglaublich spannendes Feld, schließlich bekommt man diese eher selten zu Gesicht“, meint er. Über die fliegenden Säugetiere hat König 2017 auch ein Buch für Kinder geschrieben, ein weiteres ist über Spinnen geplant.

Zeigt seine Fotos in Kalendern, bei Ausstellungen und Vorträgen: Natur- und Tierfotograf Marko König aus Asbach.

Er selbst habe sich auch schon als Kind für die Natur interessiert und so sei er auch zur Fotografie gekommen. Auf der Sumpfwiese seines Opas habe er damals im Bild festhalten wollen, „was dort kreucht und fleucht“. Die erste „ganz einfache“ Kamera übernahm er vom Vater, bis es zur Konfirmation ein besseres, neueres Modell gab. Heute nutzt der Asbacher verschiedene Gehäuse und Objektive, wobei er der Marke immer treu geblieben ist: Sony, früher: Minolta.

Die Kenntnisse habe er sich im Laufe der Jahre größtenteils selbst angeeignet. „Ich habe viel gelesen, ausprobiert und mir Tipps geholt.“ Genauso wichtig wie die richtige Technik seien aber der Blick und Geduld. Eine entscheidende Rolle bei der Natur- und Tierfotografie spiele zudem das Hintergrundwissen, „denn nur wenn ich weiß, wie sich welches Tier verhält und bewegt, wann es aktiv ist und wann nicht, kann ich es gut fotografieren“.

Früher habe er aus Kostengründen nur Diafilme genutzt, heute, in Zeiten der Digitalfotografie, sei natürlich vieles einfacher und komfortabler. Beim Bearbeiten konzentriert König sich auf die Basics wie das Nachschärfen und den passenden Bildausschnitt.

Für die Aufnahmen in fernen Ländern ist der 44-Jährigen in der Regel in der Gruppe unterwegs, als Teilnehmer extra organisierter Fotoreisen oder als Fotoguide und Begleiter solcher Ausflüge. Dafür nutzt der Lehrer die Schulferien. Über Weihnachten geht es nach Costa Rica, wo er spezielle Fledermausarten fotografieren möchte, die bei uns nicht vorkommen.

Auf Reisen stets dabei hat er mindestens ein 400-Milimeter-Objektiv, das mit einem Fernglas vergleichbar sei, ein Weitwinkel- und ein Makroobjektiv, mehr als eine Kamera (falls eine kaputtgehen sollte) sowie mehrere Speicherkarten und einen Bildertank. „Da komme ich beim Handgepäck oft über die erlaubte Kilo-Grenze“, sagt der Asbacher lachend und zeigt auf den riesigen Rucksack.

Zu Hause hält König Stabschrecken und Gespenstschrecken, die ab und zu ebenfalls als Modell herhalten müssen. Menschen allerdings kommen dem Asbacher nur bei Familienfeiern vor die Linse. „Das ist nicht so meins“, gibt der Naturfotograf zu. Welche Motive ihm noch fehlen? „Lemuren und Chamäleons auf Madagasgar zu fotografieren, das wäre ein Ziel für die Zukunft.“

Kalendermotiv: Dieser Jaguar aus dem Pantanal in Brasilien hat es in den Kalender für 2019 geschafft.

Zur Person 

Marko König (44 Jahre) kommt aus dem Bad Hersfelder Ortsteil Asbach und lebt auch immer noch dort. Nach dem Besuch der Konrad-Duden-Schule hat er am Obersberg Abitur gemacht. In Gießen hat er Grundschullehramt mit den Fächern Mathe und Sachkunde (Schwerpunkte: Biologie und Geografie) studiert, sein Referendariat absolvierte er am Edersee. Seit über zehn Jahren ist König inzwischen an der Grundschule in Breitenbach/H. tätig. Wenn die Fotografie ihm noch Zeit lässt, joggt er in seiner Freizeit. Der 44-Jährige ist ledig und kinderlos. 

Neuer Kalender mit Naturbildern für 2019

Für das Jahr 2019 gibt es neue Kalender von Marko König. Einer zeigt Aufnahmen von Tieren aus dem Pantanal in Brasilien. Der andere enthält Bilder aus der europäischen Natur – er ist sowohl querformatig als auch hochformatig zu haben. Alle drei Varianten haben das Format Din-A-3 und kosten 17,50 Euro. Die Kalender sind bei der Hoehlschen Buchhandlung in Bad Hersfeld und online unterkoenig-naturfotografie.jimdo.com erhältlich. Dort sind auch die Motive zu sehen. Weitere Bilder gibt es auf www.koenig-naturfotografie.com. (nm)

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