Shopping-Wahnsinn

Männerhort in Stadthalle: Komödie von Kristof Magnusson wurde in Bad Hersfeld aufgeführt

Schließen eine Wette ab: Lars, Eroll, Mario und Helmut wollen so schnell wie möglich den samstäglichen Einkaufswahnsinn hinter sich bringen. Foto: Lerch

Bad Hersfeld. Der samstägliche Shoppingtrip ist für Frauen Belohnung, Unterhaltung und Entspannung. Für ihre Männer bedeutet es Stress, Hektik und lauernde Beziehungskrisen.

Und dann müssen sie auch noch alles bezahlen. Welcher Mann wünscht sich da nicht einen geheimen Rückzugsort, an den er sich begeben kann, während die Frau durch die Läden streift? Genau diesen Männerhort haben Lars, Eroll und Helmut gefunden.

Das Theaterstück Männerhort von Kristof Magnusson wurde am Mittwoch in der vollen Bad Hersfelder Stadthalle aufgeführt. Inszeniert wurde die Komödie von der Burghofbühne Dinslaken.

Während Anne, Konny und Alexis ihre Einkaufstüten füllen, verstecken sich Pilot Helmut (Patric Welzbacher), Informatiker Eroll (Markus Penne) und Führungskraft Lars (Felix Lampert) im Heizungskeller des „Happy-Centers“. Sie trinken Bier, essen Chips und gucken Fußball. Gesprochen wird über ihre Frauen und die Leiden eines Mannes während der Shoppingtour. Dabei versuchen die Männer sich in ihren Erzählungen zu übertreffen und ihre Überlegenheit den Frauen gegenüber darzustellen.

Gestört wird der Männertreff von Sicherheitsmann Mario, als dieser die drei entdeckt und Brandschutzmängel im Unterschlupf findet. Erst will er den Männerhort schließen, doch dann erkennt er ebenfalls die Vorzüge eines solchen Rückzugsortes.

Gemeinsam schließen sie eine Wette ab: wer schafft es am schnellsten, dem Shoppingwahnsinn zu entfliehen, um sich im Männerkeller zu erholen? Diese Wette bringt die Beziehungen der vier durcheinander, sodass sie auf einmal dauerhaft im Männerhort leben müssen. Um ihre Beziehungen zu retten, schließen sie einen neuen Pakt und helfen sich gegenseitig.

In der zweiten Häfte des Theaterstücks wird deutlich, dass die Männer größere Sorgen haben als den Einkaufstrip am Samstag. Dazu gehören Arbeitslosigkeit, Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben und Ehebruch.

Auf der Bühne stehen zwar nur Helmut, Lars, Eroll und Mario, doch ihre Frauen sind immer präsent. Die Erzählungen über sie sind sehr lebhaft und mit vielen Anekdoten und Klischees gefüllt, die auch die Zuschauer zu kennen scheinen. Gelacht wurde bei Geschichten über den Kauf eines Rocks, der nicht passend zum Mantel war, sodass gleich noch ein neuer Mantel her musste und den Besuch im Schuhgeschäft, bei dem der Verkäufer der Frau immer noch ein weiteres Paar zu zeigen hat. Sehr zum Leidweisen ihres Mannes. Gut beim Publikum kam der bedrohlich wirkende Klingelton von Lars an, der jedes mal ertönte, wenn seine Frau ihn anrief.

Auch wenn sich das Publikum zum Teil in den klischeehaften Erzählungen wiedererkannte und hier und da lachend zustimmte, fiel der Applaus am Ende des Stückes verhältnismäßig kurz aus. Das lag nicht an einer schlechten Inszenierung. Vermutlich entsprach das Publikum nicht komplett der richtigen Zielgruppe von Männerhort. (pal) 

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