Appell an die Stadt

Lullusfeuer nur bis Donnerstag: Martin Püschel will CO2-Belastung verringern

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Symbol und Treffpunkt: Das Lullusfeuer, das derzeit von Montag bis Sonntag brennt.

Mit einem Appell, das Lullusfeuer schon am Donnerstag zu löschen, hat sich Martin Püschel aus Bad Hersfeld jetzt an die Stadt Bad Hersfeld gewandt.

Sieben Tage brennt das Lullusfeuer als Symbol des gleichnamigen Volksfestes, bevor es nach der Rede des Feuermeisters am Sonntagabend im Beisein vieler Zuschauer gelöscht wird. Mit einem Appell, das Fierche schon eher, nämlich am Donnerstag, zu löschen, hat sich Martin Püschel aus Bad Hersfeld jetzt an die Stadt gewandt.

„Wir machen uns Sorgen um unsere Zukunft und appellieren an Sie, die CO2-Belastung der Stadt Bad Hersfeld zu reduzieren“, schreibt der 31-Jährige, der seinen Appell an Bürgermeister Thomas Fehling und alle politisch Verantwortlichen in Bad Hersfeld richtet. „Eine gute Möglichkeit wäre, beim Lullusfest wieder zu der anfänglichen Tradition zurückzukehren und das Lullusfeuer, wie es früher üblich war, nur von Montag bis Donnerstag brennen zu lassen“, heißt es weiter. Dadurch könne ein erheblicher Anteil an CO2, Feinstaub, Stickoxiden, Furanen, Dioxin und Kohlenwasserstoffverbindungen, die beim Verbrennen von Holz freigesetzt würden, vermieden werden, so Püschel, der eine Ausbildung im Gesundheitssektor absolviert und seinem Schreiben eine Unterschriftenliste mit den Namen von 61 Auszubildenden in Gesundheitsberufen beigefügt hat, die er an der Berufsschule gesammelt hat. 26 weitere seien inzwischen noch hinzugekommen.

Püschel ist bewusst, dass er mit seinem Vorstoß auch auf Kritik stoßen wird, doch damit könne er umgehen. „Wir wollen niemandem den Spaß verderben oder alles, was Spaß macht, verbieten“, erklärt der 31-Jährige. Auch werde sich die Feinstaubbelastung aufs Jahr gesehen sicher nicht erheblich reduzieren. Aber man könne ein Zeichen setzen und zumindest einen kleinen Schritt in Sachen Klimaschutz tun.

In diesem Jahr könne der Festbetrieb zwar nicht mehr mehr geändert werden, teilt Stadtsprecher Meik Ebert mit. Denn die Laufzeit des Feuers sei, wie viele andere städtische Leistungen auch, natürlich Teil der aktuellen Absprachen mit allen Beteiligten des Lullusfestes und auch im schon verabredeten Sicherheitskonzept so festgelegt. Man wolle das Thema aber in der städtischen Lullusfestkommission, in der neben Vertretern aus der Bürgerschaft auch Stadtpolitiker vertreten sind, sowie im Magistrat behandeln, so Ebert. Eventuell ergebe sich aus der Diskussion ja dann ein Antrag für die Stadtverordnetenversammlung. Das Fierche sei das symbolische Licht der Veranstaltung, aber der Klimaschutz schließlich auch ein wichtiges Thema. (nm)

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