„Bad Hersfeld hat wieder Feuer“ 

Lullusfestverein kauft Markenrechte und geheime Rezeptur des „Lullusfeuers“

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Freuen sich über die glückliche Heimkehr: von links Schaustellerpfarrer Volker Drewes, Heike Kopetschek, Reinhard Rauche, der frühere Feuermeister Hans-Jürgen Eichenauer, Lullusfestvereinsvorsitzender Stefan Kopetschek, Helga Völker und Wolfgang Kurth von der Sparkasse.

Darauf kann man anstoßen: Der Lullusfestverein hat sich die Markenrechte am Hersfelder Kult-Getränk „Lullusfeuer“ gesichert.

Künftig wird der 38-prozentige Likör in der Schlitzer Destillerie hergestellt und abgefüllt. Der bisherige Hersteller, die Firma Schürholz aus Ritschenhausen, hatte Ende 2019 die Produktion aufgrund stark gestiegener Einkaufspreise, unter anderem für die Glasflaschen, eingestellt.

„Jetzt hat Bad Hersfeld wieder Feuer“, sagte der 1. Vorsitzende des Lullusfestvereins, Stefan Kopetschek, bei der Vorstellung des „Coups“ im Fanshop an der Oberen Frauenstraße. Dank der guten Zusammenarbeit und der jahrelangen engen Kontakte zu den Herstellern konnte der Verein das Patent für die geheime Rezeptur und die Markenrechte im Paket übernehmen. Dafür habe der Verein einen Betrag „kurz vor dem sechsstelligen Bereich“ bezahlt, berichtete Kopetschek.

Möglich wurde das nur durch die Hilfe der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, die beratend bei den Vertragsverhandlungen geholfen hatte und auch einen zinsgünstigen Kredit zur Verfügung gestellt hat. „Die Sparkasse ist froh, dass das ‘Lullusfeuer’ wieder in Bad Hersfeld ist“, sagte Wolfgang Kurth vom Vorstandsteam der Sparkasse. Andersfalls hätte die Gefahr bestanden, dass die Marke verschwindet oder die Rezeptur verändert wird.

Eben diese Rezeptur ist seit jeher ein wohl-gehütetes Geheimnis, erinnert sich Helga Völker, deren Vater Hans Woest seinerzeit als Prokurist bei der Bad Hersfelder Firma G.W. Schimmelpfennig gearbeitet hatte, die 1937 das „Lullusfeuer“ erfunden hatte. „Das war wohl damals ein sehr fröhliches Silvesterfest, als die Rezeptur erstmals gekostet wurde“, plaudert sie schmunzelnd aus Nähkästchen. Süßholzwurzel, Kräuter aus der Rhön und vor allem echter Honig gehören zu den Ingredienzien des Likörs. „Und er wird auch in Zukunft hochwertig hergestellt“, verspricht Stefan Kopetschek.

Dafür sollen das Design der Flaschen und des Etiketts etwas frischer und moderner werden, erklären Kopetschek und Reinhard Rauche, der für den Vertrieb zuständig ist. 1800 große Flaschen und rund 1500 „Mini-Flaschen“ sollen abgefüllt werden.

Wie bisher soll das „Lullusfeuer“ nicht nur über den Verein und den Fanshop, sondern auch im Einzelhandel in Bad Hersfeld erhältlich sein. „Ich wünsche mir aber, dass auch die örtliche Gastronomie den Likör auf die Speisekarte nimmt und an die Gäste ausschenkt“, sagte Rauche. Ein kleiner Wermutstopfen wird allerdings ins „Lullusfeuer“ fallen. Das Kult-Getränke dürfte in Zukunft etwas teurer werden – eben weil die Rohstoffpreise steigen. „Ein paar Euro müssen für den Verein übrig bleiben, damit wir die Verbindlichkeiten bedienen können“, wirbt Kopetschek um Verständnis.

Gleichzeitig hofft er auf neue Mitglieder für den Verein, der zurzeit 65 Köpfe zählt. Für einen Verein mit eigenem Schnaps sprechen hochprozentige Argumente.

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