Treuer Helfer aus Neuenstein

Pflege-Ass Marcel Becker bei Lolls im Einsatz

Bleibt dem Skiclub Neuenstein treu: Marcel Becker (links) wohnt in Mainz, hilft aber jedes Jahr beim Lollslauf mit. Das Bild zeigt ihn im Jahr 2015 mit Maja Heußner im LoLa-Kostüm. Foto: Marcel becker/nh

Marcel Becker aus Neuenstein ist "Pfleger des Jahres" und ein treuer Lollslauf-Helfer.

„Ich wollte einen sozialen Beruf und etwas, was mit Medizin zu tun hat.“ Mit dieser Einstellung startete Marcel Becker aus Untergeis seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger im Klinikum in Bad Hersfeld. Heute leitet der 24-Jährige zwei Stationen an der Uniklinik in Mainz und wurde im Mai für sein Engagement als Pfleger des Jahres ausgezeichnet.

Nach seiner Ausbildung zog Becker im Jahr 2015 nach Mainz, um dort an der Uniklinik als Pfleger zu arbeiten. Es zog ihn in eine größere Stadt und auch die Möglichkeit, an einer Uniklinik zu arbeiten, reizte ihn. „Aufgabe der Uniklinik ist es, Menschen zu helfen, denen woanders nicht mehr geholfen werden kann“. Becker mag die Herausforderung: „Ich weiß nie, was mich erwartet. Die Arbeit fordert mein ganzes Fachwissen“, schildert Becker die Vorzüge seines Berufes.

Obwohl er jetzt in Mainz zuhause ist, bleibt er Bad Hersfeld und seinem Heimatverein, dem Skiclub Neuenstein treu. Seitdem er elf Jahre alt ist, hilft Becker beim Lollslauf. Auch in diesem Jahr kommt er nur für den einen Sonntag aus Mainz, um als ehrenamtlicher Helfer aktiv zu sein. „Am Anfang habe ich noch Getränke ausgegeben. Man muss sich schließlich weiterentwickeln“, scherzt Becker, der diesmal im VIP-Zelt im Start/Ziel-Bereich im Einsatz ist. Während der Schulzeit engagierte sich Becker bereits beim DRK in Bad Hersfeld und übernahm auch während der Lollswoche Sanitätsdienste.

Experten-Jury

Der Preis „Pfleger des Jahres“ wird seit drei Jahren von dem Pflegeunternehmen Jobtour Medical aus Baden-Baden verliehen. Die Kampagne „Herz und Mut“ will der Pflege mehr Anerkennung zukommen lassen und das Bewusstsein für diese Berufssparte schärfen. Marcel Becker wurde von einem Kollegen für diese Auszeichnung nominiert. Eine Jury mit Experten aus dem Pflegebereich wählte Becker aus rund 2000 nominierten Pflegekräften aus. Grundlage dieser Entscheidung war die positive Bewertung seines Kollegen. „Der Preis bestätigt mich, dass ich meine Arbeit gut mache“, freut sich Becker. Mit 22 Jahren wurde Becker Stationsleiter der Urologie und bekam schnell eine zweite Abteilung dazu. Jetzt hat er zwölf Mitarbeiter unter sich und hat sich nebenbei noch als Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen weiterqualifiziert. Auf seiner Station entwickelte Becker Pflegestandards so weiter, dass sie praxisnah sind und jeder damit arbeiten kann.

„Die Standards erleichtern uns die Arbeit und helfen uns, so dass wir qualifiziert arbeiten können“, erklärt Becker. Außerdem führte er ein EDV-Bettenmanagementsystem ein. Die Herausforderung? „Es ist schwer, es allen Recht zu machen“. Becker ist es wichtig, die Interessen seiner Mitarbeiter auf der Führungsebene zu vertreten.

Mit 24 Jahren Leiter von zwei Stationen – Marcel Becker hat es früh weit nach oben geschafft. Er ist ambitioniert und kann sich vorstellen, eines Tages die Position eines Pflegedienstleiters oder Pflegedirektors einzunehmen. „Mein Zuhause ist da, wo ich wohne“, sagt Becker, der sich in Mainz sichtlich wohl fühlt. Er schließt aber nicht aus, zurück nach Bad Hersfeld zu kommen.

Von Laura Hellwig

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