90 000 Kilowattstunden an acht Tagen

Am Lollsmontag wird Strom gespart

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Fahrgeschäfte, Gastronomie und viele bunte Lichter: Der Stromverbrauch auf dem Lullusfest hat laut Stadtwerken in den vergangenen zehn Jahren dennoch abgenommen. 

Die Küche bleibt kalt, der PC aus: Wenn am Lollsmontag in Bad Hersfeld gefeiert wird, sinkt der Stromverbrauch in der Stadt deutlich. Das teilen die Stadtwerke mit.

Während über das Lullusfeuer mit Blick auf den Umweltschutz in den vergangenen zwei Wochen heftig diskutiert wurde und über den lollsbedingten Straßenverkehr nur spekuliert werden kann, liegen zum Stromverbrauch tatsächlich echte Zahlen vor. Wie sich der Energiebedarf der Stadt in der Lollswoche verändert, weiß Markus Gilbert von den Stadtwerken.

Der Geschäftsführer erläutert: „Bad Hersfeld hat ja schon jahrhundertelange Übung mit dem Fest. Auch wir sind gut darauf eingerichtet und haben zahlreiche Anschlussmöglichkeiten für Strom und Wasser, die in den Zelten, von den Fahrgeschäften und den zahlreichen Ständen genutzt werden. Vieles davon energieeffizienter als in der Vergangenheit.“

Wenn am Lollsmontag beim Festzug gefeiert wird, sinkt der Stromverbrauch in der Stadt messbar.

Der Stromverbrauch von allen Teilnehmern zusammen habe über die vergangenen zehn Jahre hinweg insgesamt um rund 20 Prozent abgenommen und liege jetzt bei 90 000 Kilowattstunden (kWh) in den acht Lolls-Tagen. Detailliertere Auskünfte gibt es nicht, um keine Rückschlüsse auf einzelne Verbraucher ziehen zu können. „Das ist in etwa so viel wie 1200 Haushalte im gleichen Zeitraum verbrauchen“, erklärt der Stadtwerkechef die 90 000 Kilowattstunden.

Ebenfalls interessant: Während auf Lolls gefeiert wird, wird gleichzeitig weniger Strom zu Hause und auf der Arbeit verbraucht. „Wir haben uns den Stromverbrauch im Verlauf des Lollsmontags angeschaut und mit dem Montag in der Woche vor Lolls verglichen. Hier finden wir in jedem Jahr das gleiche Bild“, so Gilbert. „Trotz aller Fahrgeschäfte und Festlichkeiten liegt der Stromverbrauch der gesamten Stadt in jedem Jahr am Lollsmontag deutlich niedriger als an anderen Montagen.“

Eine entsprechende Grafik zeigt, dass der Stromverbrauch außer zwischen 21.30 und 22.15 Uhr den ganzen Tag über unter den Werten des vorherigen Montags liegt, wobei die Kurve am deutlichsten zwischen 11 und 18 Uhr abfällt.

„Manchmal braucht Spaß weniger Strom als Arbeit. Am Lollsmontag ist das messbar“, stellt Markus Gilbert schmunzelnd fest. (nm)

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