Innenstadt soll, auch mit Blick auf den Hessentag, von Lieferverkehr entlastet werden

Logistik-Idee für Fußgängerzone überzeugt Parlamentarier nicht

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Lieferverkehr in der Bad Hersfelder Fußgängerzone

Bad Hersfeld. Die Idee, das Problem mit dem ständig wachsenden Lieferverkehr in der Fußgängerzone durch einen sogenannten City-Hub zu lösen, überzeugte den Haupt- und Finanzausschuss nicht.

Dass die Stadt Bad Hersfeld mit dem ständig zunehmenden Lieferverkehr in der Fußgängerzone ein Problem hat, für das schon mit Blick auf den Hessentag 2019 eine Lösung gefunden werden muss, stand auch für die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses außer Frage. Dass die Stadt aber künftig selbst als Logistiker auftritt, um in einem sogenannten City-Hub am Rande der Kernstadt den Umschlag der Pakete ins Zentrum verträglich zu regeln (unsere Zeitung berichtete), das überzeugte die Parlamentarier nicht.

"Nicht Aufgabe der Stadt"

„Das ist nicht Aufgabe der Stadt“, meinte Carsten Lenz (SPD), der zudem die fehlerhafte Studie, die der Beschlussvorlage zugrunde lag, bemängelte. Wenn schon die Studie falsch sei, sei auch die Entscheidung falsch, sagte Lenz.

Christian Scholz, Verkehrsexperte aus dem Technischen Rathaus, räumte dieses Manko zwar ein, warb jedoch für die Idee an sich, gemeinsam mit den Logistikern einen gebündelten und emissionsarmen Lieferverkehr zu installieren. Dieser soll in einem weiteren Schritt auch den Kunden der Geschäfte zugutekommen, wenn ihre Einkäufe in Mini-Depots zum Abholen bereitgestellt werden.

Sorge um Folgekosten

Andrea Zietz (Grüne/NBL) sorgte sich um die Folgekosten dieser 800 000 Euro-Investition. Auch Hans-Jürgen Schülbe (UBH) wollte die Vorlage zunächst überarbeitet wissen.

Andreas Rey (CDU) sprach sich hingegen dafür aus, zumindest den Förderantrag zu empfehlen, weil sonst die Antragsfrist nicht eingehalten werden könne und die Zeit für die Umsetzung zu knapp werde. Auch Erster Stadtrat Gunter Grimm bat darum, die Tür nicht ganz zuzuschlagen. Vier Nein-Stimmen von SPD und Grüne/NBL waren jedoch bei zwei Enthaltungen und dreimal Ja die Mehrheit. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag.

Von Karl Schönholtz

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